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Kohldrehherzmücke (Contarinia nasturtii)

Schadbildbeschreibung

Junge Blätter sind verdreht. Es können sich neue Seitentriebe bilden. Das Herz der Pflanzen stirbt ab und fault bei feuchter Witterung.

Werden Blütenknospen besiedelt, schwellen diese an, die Kelchblätter verdicken sich. Die Kelchblätter und Staubgefäße bleiben klein. Die Schotenbildung bleibt aus. Zwischen den Herzblättern sind die kleinen Larven zu erkennen.

Biologie in Kürze

Verdrehte Blätter eines Wirsings aufgrund des Befalls mit Kohldrehherzmücke. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Mit Kohldrehherzmücke befallener Wirsing.
(c) ALLB Heilbronn

Die hellbraunen Mücken sind 1,5 bis 2 mm groß und erscheinen ab Mitte Mai. Die Weibchen legen die Eier in Gelegen tief in die Hohlräume zwischen den Herzblättern. Die springfähigen Larven sind gelblich-weiß, kopf- und fußlos. Sie schädigen an der Innenseite der Blätter und Blattstiele, indem sie mit dem Speichel Toxine ausscheiden. Diese verursachen Wachstumsstockungen. Das Gewebe an der Blattaußenseite wächst normal weiter.

Im Jahr treten drei bis vier Generationen auf, von denen sich die zweite bis vierte gegenseitig überschneiden können. Die Larven wandern in den Boden ab und verpuppen sich. Die letzte Generation verpuppt sich im Frühjahr kurz vor dem Schlupf. Die Puppe verlässt den Kokon, wandert bis dicht unter die Bodenoberfläche und schlüpft. Die Puppen können auch überliegen. Eine verkrustete Bodenoberfläche durch anhaltende Trockenheit verzögert oder verhindert den Schlupf.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Windoffene, möglichst trockene Parzellen wählen
  • In Gebieten mit starkem Befall Blumenkohl, Brokkoli oder Rosenkohl räumlich getrennt anbauen (> 1 km)
  • Abdecken, besonders der Jungpflanzenquartiere, mit Kulturschutznetzen: Maschenweite 0,8 x 0,8 mm,
    Ausbringen der Netze vor dem Auflaufen der Saat bzw. sofort nach dem Setzen, wenn noch kein Befall vorliegt, Netze am Rand gut im Boden verankern, keine Netze mit Löchern oder Rissen verwenden
  • Brokkoli einmal ernten, danach sofort mulchen
  • Nach befallenen Kulturen im Herbst tiefe, wendende Pflugfurche
  • Anbaupause von zwei Jahren reduziert den Befall fast vollständig

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Eine direkte Bekämpfung ist im öologischen Landbau nicht möglich. Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den öologischen Landbau verfügbar. Die Anwendung von Spinosad zur Regulierung von Thrips und Schmetterlingsraupen hat auch Effekte auf die Kohldrehherzmücke.

Letzte Aktualisierung: 02.08.2010

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