Kohleule (Mamestra brassicae)
Schadbildbeschreibung
Anfangs treten unregelmäßig geformte Fraßlöcher in den äußeren Blättern auf, später dringen die Larven tief in den Kohlkopf oder Blumenkohl vor.
Dort schädigen sie insbesondere durch die starke Verschmutzung mit grünschwarzem Kot, der eine Besiedlung mit Fäulniserregern verursacht. Kohleulen schädigen auch an Paprika, Salat, Tabak und anderen Pflanzen.
Biologie in Kürze
Die Eiablage erfolgt im Mai/ Juni und von Juli bis Oktober in Gruppen an die Blattunterseite. Die Eier sind anfangs weißlich-gelb, später grau. Sie sind halbkugelförmig und strahlenförmig gerippt.
Die Larven sind bis zum vierten Larvenstadium grün, später hellgrün, braun oder fast schwarz. Sie zeigen am Ende größtenteils eine deutliche, hufeisenförmige Zeichnung auf dem letzten Segment.
Das erste Larvenstadium weist im Gegensatz zur Gemüseeule einen schwarzen Kopf auf. Die Verpuppung erfolgt im Boden. Die grau-braunen, dunkel und weiß gezeichneten Nachtfalter schlüpfen aus den im Boden überwinternden Puppen. Warme, trockene Witterung fördert die Schlupfrate der Falter-Eier. Die Larven verursachen den Schaden an den Kulturpflanzen.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Die Larvenstadien der Kohleule werden hin und wieder von Schlupfwespen der Gattung Microplitis und die Eier von Trichogramma parasitiert. Alle Maßnahmen, die diese Nützlinge fördern, tragen somit zur Regulierung der Schädlinge bei. Hecken und Feldraine sind wichtige nützlingsfördernde Saumbiotope, die es zu schützen oder neu anzulegen gilt.
- Ökologische Ausgleichsflächen für den Aufbau der Nützlingspopulationen anlegen
- Abdeckung mit Kulturschutznetzen: Maschenweite 1,5 bis zwei Millimeter, Ausbringen der Netze vor dem Auflaufen der Saat bzw. sofort nach dem Setzen, Netze am Rand gut im Boden verankern, keine Netze mit Löchern oder Rissen verwenden
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
- Einsatz von Bacillus thuringiensis ssp. aizawai in den ersten drei Larvenstadien
- Nützlingseinsatz von Trichogramma brassicae
- Pheromonfallen dienen Prognosezwecken bzw. der Überwachung des Flugverlaufes von Faltern. Mit Hilfe von Pheromonfallen (Dispenser enthalten Sexuallockstoffe von Schmetterlingsweibchen) werden die männlichen Falter aus einer Entfernung von bis zu einigen 100 Metern angelockt und an den einschiebbaren Leimböden gefangen.Für eine Schädlingsüberwachung genügen ein bis zwei Fallen je Schlag, die zwei- bis dreimal wöchentlich zu kontrollieren und dokumentieren sind. Bei jeder Kontrolle sind die gefangenen Insekten zu entfernen und bei starker Verschmutzung die einschiebbaren Leimböden zu wechseln. Werden Pheromonfallen für verschiedene Schaderreger auf einem Schlag genutzt, sollte ein Mindestabstand von zehn Meter zwischen den Fallen eingehalten werden.
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Bacillus thuringiensis zugelassen.
Weblinks
aid MedienShop: Hecken und Feldraine in der Agrarlandschaft
(Computerprogramm auf CD-Rom)
Aus der Forschung - für die Praxis
Regulierung von Eulenraupen im Kohl durch Baculoviren
Die Larven des Nachtfalters Kohleule (Mamestra brassicae) können Kohl und weitere Gemüsekulturen erheblich schädigen. Ein Forschungsvorhaben hat ein biotechnisches Verfahren zur Regulierung der Kohleulenraupe entwickelt und überprüft.
Näheres zum Projekt:
Biologische Kontrolle von Eulenraupen im Kohl mittels Baculoviren
Letzte Aktualisierung: 29.09.2010

