Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae)
Schadbildbeschreibung
Es kommt zu Wucherungen am gesamten Wurzelsystem mit klumpenartigen Gebilden. Die Pflanzen sind verkümmert, die Blätter sind blaugrau oder vergilben. Bei Trockenheit weisen sie schnell Welkeerscheinungen auf. Die Kopfbildung kann beeinträchtigt sein oder es kommt zu einer verfrühten Blüte.
Biologie in Kürze
Der Schleimpilz überdauert als Dauersporen im Boden. Unter günstigen Bedingungen schlüpfen Sporen, dringen in die Wurzelhaare ein und verursachen die typischen Wucherungen. Optimale Infektionsbedingungen bestehen bei 23 bis 25 Grad, hoher Bodenfeuchte und niedrigem pH-Wert. Kohlhernie befällt alle Kulturpflanzenarten und zahlreiche Unkräuter der Kreuzblütengewächse. Die Krankheit wird durch verseuchten Boden, befallenes Pflanzenmaterial, infizierten Stallmist oder mit dem Wind verschleppt.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Anbaupause von mindestens vier Jahren einhalten
- kein Anbau auf staunassen Böden
- Boden-pH-Wert von 7,0 anstreben
- Gründüngungen mit Roggen oder Weidelgras (Lolium sp.) im Sommer
- wenn möglich, befallene Stellen zuletzt bearbeiten
- Maschinen nach Gebrauch reinigen
- Verwendete Anzuchtflächen, Substrate und Gießwasser müssen Erregerfrei sein
- Kranke Pflanzen entfernen
- Bei Befall: Mindestens sieben Jahre den Anbau von allen Kreuzblütler-Arten unterbrechen
- resistente Sorten
- Frühzeitiger Anbau von Kohl unter Folie oder Vlies bei gleichzeitiger Verwendung von kräftigen Jungpflanzen
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den Ökologischen Landbau verfügbar.
Letzte Aktualisierung: 09.08.2010

