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Kohlschwärze (Alternaria brassicae und A. brassicicola)

Schadbildbeschreibung

Bei einem Befall mit Alternaria brassicae treten rundliche, überwiegend braune oder graue Flecken an den Blättern auf, mit einem Durchmesser von ca. 1,5 cm. Ältere Blattflecken reißen auf und das Blattgewebe fällt heraus. Durch die Sporenbildung und Wachstumsschübe sind die Blattflecke gezont.

Typische Blattflecken durch den Befall mit Kohlschwärze am Rosenkohlblatt
Bei A. brassicicola sind die Blattflecken meist größer und schwarz gefärbt,
(c) ALLB Heilbronn

Bei beiden Arten kommt es zu einer Schädigung der Keimlinge und im Samenbau. Im Vermehrungsanbau kommt es zur Frühreife der Hülsen und zum Ausschütten der Samen mit geringerer Triebkraft. Bei Brokkoli und Blumenkohl kommt es zu einem Blumenbefall.

Biologie in Kürze

Beide Pilzarten werden mit dem Saatgut übertragen oder überdauern an infizierten Pflanzenresten. Die Konidien werden durch Wind oder Nacktschnecken verbreitet. Vorraussetzung für eine Infektion ist eine Blattnässedauer von fünf Stunden. Der Pilz kann direkt in gesundes Pflanzengewebe oder durch die Stomata der Blätter und Stängel eindringen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Verwendung gesunden Saatgutes
  • Heißwasserbehandlung des Saatgutes
  • Sortenwahl: Angaben zur Anfälligkeit der Sorten sind in der Beschreibenden Sortenliste enthalten. Mit einem Boniturschema von neun (sehr anfällig) bis eins (resistent) wird die Anfälligkeit der Sorten bewertet. Für den Anbau sollten nur widerstandsfähige Sorten mit Boniturnoten bis fünf verwendet werden.
  • Mindestens dreijährige Anbaupausen bei Kreuzblütlern
  • Kein Anbau in Nachbarschaft zu Kreuzblütlern
  • Keine Einlagerung kranker Pflanzenteile

Direkte Maßnahmen am Saatgut/ zugelassene Pflanzenschutzmittel

  • Heißwasserbehandlung (50 Grad Celsius, 20 bis 30 Minuten, sehr gute Wirkung); zur Vermeidung von Keimschädigungen sollten mit der jeweiligen Saatgutcharge Vorversuche zur Ermittlung der optimalen Behandlungstemperatur und -dauer erfolgen (Kohlsaatgut ist besonders empfindlich).
  • Feuchtheißluftbehandlung (sehr gute Wirkung)
  • Elektronenbehandlung (sehr gute Wirkung)

Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Landbau verfügbar.

Letzte Aktualisierung: 29.09.2010

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