Wurzelgallennematode (Meloidogyne hapla)
Schadbildbeschreibung
Es kommt zu einem reduzierten Pflanzenwachstum, oft nesterweise im Bestand. Bei stärkerem Befall vergilben und welken die Blätter. Jungpflanzen können bei hohem Ausgangsbefall absterben. Die Möhren sind deformiert und an den Wurzeln sind typische Verdickungen (Gallen) zu sehen. Wirtschaftlicher Schaden tritt vor allem auf leichten Böden auf.
Biologie in Kürze
Der Wurzelgallennematode überwintert in Pflanzenresten und im Boden als Ei oder Larve. Bei Temperaturen über 10 Grad werden die Larven aktiv und dringen in die Wurzel der Wirtpflanze ein. Dort induzieren sie die Bildung eines spezifischen Nährgewebes und das Wurzelgewebe schwillt zu einer Galle an. Die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanzen wird gestört. Es werden zwei bis drei Generationen im Jahr gebildet. Es werden neben Möhre auch Zwiebeln, Kartoffeln, Erbsen, Schwarzwurzeln und Rote Beete geschädigt.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- mehrjähriger Anbau von Nichtwirtspflanzen (Getreide, Mais, Gräser, Tagetes)
- sehr gute Unkrautregulierung
- Zufuhr organischer Substanz zur Förderung des Bodenlebens und natürlicher Gegenspieler
- Fangpflanzenanbau: Anbau einer anfälligen Kultur (z. B. Ölrettich) und rechtzeitiges Umbrechen der Kultur, bevor der Nematode seine Entwicklung abgeschlossen hat.
- beim Anbau von Ölrettich als Gründüngung oder Zwischenfrucht Sorten mit geringer Anfälligkeit bevorzugen
- kurzfristige (ca. 2 bis 3 Monate) Brachen als Ruhezeit für den Boden,
- Verzicht von Klee vor anfälligen Gemüsekulturen
- Schwarzbrache bei sehr hohem Befall; auflaufende Beikräuter sind mindestens alle drei bis vier Wochen einzuarbeiten, ein erneutes Anwachsen ist zu verhindern
- Hygiene, befallene Pflanzenteile nicht auf die Felder zurück führen
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den Ökologischen Landbau verfügbar.
Langfristig kann eine Regulierung durch Biofumigation erfolgen. Bei der Biofumigation werden verschiedene Senfarten, Ölrettich und andere Kohlarten mit hohen Glucosinolatgehalten als Zwischenfrucht auf den betroffenen Ackerflächen angebaut. Zur Blüte, wenn die Glucosinolatgehalte am höchsten sind, werden die Pflanzen zerkleinert und in den Boden eingearbeitet. Durch eine enzymgesteuerte Reaktion entstehen im Boden Stoffe (Isothiocyanate), die Nematoden abtöten.
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Letzte Aktualisierung: 05.08.2010

