Wurzelläsionsnematode (Pratylenchus crenatus, P. neglectus, P. penetrans)
Schadbildbeschreibung
Es kommt zu einem reduzierten Pflanzenwachstum, meist nesterweise im Bestand. Die äußeren Blätter vergilben und welken. Bei starkem Befall können sich an den Wurzeln braunschwarze Läsionen bilden, Jungpflanzen sterben ab. Die Möhren sind in der Länge reduziert und teilweise deformiert.
Biologie in Kürze
Sowohl Larven als auch adulte Tiere befallen die Wurzeln. Sie dringen in das Wurzelrindengewebe ein und saugen Wurzelzellen aus. Ausgesaugte Zellen nekrotisieren. Der Entwicklungszyklus vom Ei über 4 Larvenstadien bis zum adulten Tier dauert sechs bis acht Wochen. Pro Jahr werden 4 bis 6 Generationen gebildet. Nach dem Absterben der Wirtspflanzen verlassen die Nematoden das Wurzelgewebe und befallen die nächste Wirtspflanze. Die Wurzelläsionsnematoden überwintern im 4. Larvenstadium oder als adulte Tiere im Boden und in Pflanzenresten. P. penetrans bevorzugt leichte bis mittlere Böden und schädigt vorwiegend Gemüse und Kartoffeln. P. cretanus kommt ebenfalls auf leichten bis mittleren Böden vor und schädigt wie P. neglectus, die auf schweren Böden vorkommen, Getreide.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Anbau von Nichtwirtspflanzen bzw. weniger attraktiver Wirtspflanzen wie Kohlarten, rote Beete, Zucker- und Futterrüben, Kleegras, als Feindpflanze Tagetes
- gute Unkrautregulierung
- Verwendung von gesundem Saat- und Pflanzgut
- Hygienemaßnahmen
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den Ökologischen Landbau verfügbar.
Langfristig kann eine Regulierung durch Biofumigation erfolgen. Bei der Biofumigation werden verschiedene Senfarten, Ölrettich und andere Kohlarten mit hohen Glucosinolatgehalten als Zwischenfrucht auf den betroffenen Ackerflächen angebaut. Zur Blüte, wenn die Glucosinolatgehalte am höchsten sind, werden die Pflanzen zerkleinert und in den Boden eingearbeitet. Durch eine enzymgesteuerte Reaktion entstehen im Boden Stoffe (Isothiocyanate), die Nematoden abtöten.
Links
Letzte Aktualisierung: 05.08.2010

