Blattläuse
Große Johannisbeerblattlaus (Nasonovia ribisnigri), Grünstreifige Kartoffelblattlaus (Macrosiphum euphorbiae), Braune Gänsedistelblattlaus (Uroleucon sonchi), Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), Grünfleckige Kartoffelblattlaus (Aulacorthum solani)
Schadbildbeschreibung
An den Blättern befinden sich gelbe, grünliche, rötliche oder auch dunkelbraune Läuse. Die Blätter sind besonders beim Befall mit A. solani gekräuselt.
Es kommt zu Verschmutzungen und Missbildungen an den Pflanzen durch Honigtau und Rußtaupilze.
Biologie in Kürze
Die Blattläuse verlassen im Frühjahr den Winterwirt. Sie befallen neben Salat auch viele Korbblütlergewächse. Warme und trockene Witterung begünstigt die Entwicklung der Tiere.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Befallsfreies Pflanzgut verwenden
- Widerstandsfähige Sorten wählen
- Stoffwechsel der Pflanzen durch Bewässern und Hacken fördern
- Nützlingsschonung
- Ökologische Ausgleichsflächen für den Aufbau der Nützlingspopulationen anlegen
- Abdeckung mit Kulturschutznetzen: Maschenweite 1,2 bis 1,6 mm, Ausbringen der Netze vor dem Auflaufen der Saat bzw. sofort nach dem Setzen, Netze am Rand gut im Boden verankern, keine Netze mit Löchern oder Rissen verwenden
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Werden Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse eingesetzt, ist folgendes zu beachten:
- Regelmäßige Befallskontrolle (Einsatz der Pflanzenschutzmittel so früh wie möglich) vor der Kopfbildung
- Bei Anwendung der Pflanzenschutzmittel Blattoberseite und Unterseite benetzen
- Anwendung der Pflanzenschutzmittel möglichst bereits bei wenigen Kolonien und nicht eingerollten Blättern
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von
Kaliseife und
Rapsöl zugelasse.
Aus der Forschung - für die Praxis
Mulchen gegen Blattläuse an Gemüsekulturen
Blattläuse verursachen immer wieder Probleme im ökologischen Gemüseanbau; oft kommt es zu erheblichen Verlusten bei der Ernte. Ein Forschungsvorhaben hat die Wirkung unterschiedlicher Mulchmaterialen auf den Blattlausbefall untersucht. "Die Blattlaus orientiert sich in erster Linie visuell. Durch das Mulchen schafft man es, dass der optische Kontrast zwischen dem Untergrund und der Wirtspflanze verringert wird oder die verursachten Reflexionen die Blattläuse irritieren. Dies erschwert das Auffinden der Wirtspflanzen und verringert damit den Befall. Das Mulchen ist eine interessante Möglichkeit, Blattläuse von den Kulturen fernzuhalten, weil es einfach durchzuführen ist und nur geringe Kosten verursacht. Zu beachten ist aber: Die Effektivität des Mulchens hängt von der Stärke des Blattlauseinflugs, der Blattfarbe, der Pflanzengröße sowie dem Bodentyp und der Witterung ab", sagt Projektleiter Dr. Martin Hommes vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 05.08.2010

