Falscher Mehltau (Bremia lactucae)
Schadbildbeschreibung
Der Erreger kann Salat während der gesamten Kulturzeit infizieren. An älteren Blättern werden auf der Blattoberseite größere, gelbe Flecken sichtbar.
Auf der Unterseite bildet sich der weiße Sporenrasen. Später werden die Befallsstellen braun. Sie vertrocknen oder faulen bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Biologie in Kürze
Eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit ist Voraussetzung für die Infektion. Die Hauptgefahr besteht im Spätsommer und Herbst. Die Hauptausbreitung erfolgt durch Konidien. Epidemien entwickeln sich bei anhaltend feuchter und mäßig warmer Witterung. Der Pilz dringt durch die Atemöffnungen (Stomata) der Pflanzen ein.
Primäre Infektionen können auch von den Oosporen ausgehen, die im noch grünen Gewebe neben den nekrotisierten Befallsstellen gebildet werden. Oosporen können im Boden längere Zeit überdauern und frisch gepflanzten Salat infizieren.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Sortenwahl: Angaben zur Anfälligkeit der Sorten sind in der Beschreibenden Sortenliste enthalten. Für den Anbau sollten nur widerstandsfähige Sorten verwendet werden.
- Verwendung von Sortenmischungen wenn möglich
- Verwendung gesunder Jungpflanzen
- Schnelles Abtrocknen der Bestände sichern (große Pflanzenabstände, Dammanbau, möglichst morgens bewässern, unter Glas rechtzeitig lüften)
- Anbaupause von mindestens vier Jahren einhalten
- Pflanzenreste zügig und sorgfältig in den Boden einarbeiten, Putzabfälle nicht auf den Feldern entsorgen
- Geeignetes Mulchmaterial verwenden (z.B. Papier)
- Salat hoch pflanzen
- Bei Erntereife unverzüglich ernten
Die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Pflanzen kann durch den vorbeugenden Einsatz von mikrobiellen Pflanzenstärkungsmitteln sowie Präparaten auf der Basis von Pflanzenextrakten erfolgen.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau nicht möglich. Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Landbau verfügbar.
Aus der Forschung - für die Praxis
Regulierung des Falschen Mehltaus im Öko-Gemüsebau
Im Öko-Gemüsebau führt der Falsche Mehltau bei vielen Kulturarten zu hohen Ertragsverlusten. Zurzeit sind weder genügend wirksame Resistenzen bekannt noch gibt es geeignete Anbautechniken, die einen ausreichenden Schutz gegen Mehltaupilze bieten. Der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln mit einer effektiven Wirkung gegen Falschen Mehltau wäre eine mögliche Lösung des Problems.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 05.08.2010

