Phoma-Fäule (Phoma valerianella)
Schadbildbeschreibung
Die Wirtspflanze ist der Feldsalat. Infiziertes Saatgut ist dunkel gefärbt. Keimlinge können kurz nach der Keimung absterben. Es kann frühzeitig zur Bildung von roten Strichen auf Wurzeln, Stängeln und Blättern kommen. Diesen folgen braune oder schwarze Blattflecken.
Auf den Befallsstellen sind bei sehr genauer Betrachtung die kugeligen, hellbraunen bis schwarzen Sporenbehälter des Pilzes zu finden. Während der Lagerung kann es an befallenen Pflanzen zu einer Fäulnis kommen.
Biologie in Kürze
Der Pilz ist saatgutübertragbar und kann an infizierten Pflanzenresten oder Ausrüstungsgegenständen überdauern. Unter feuchten Bedingungen werden die Konidien durch Regenspritzer verbreitet und der Pilz kann durch gesundes Gewebe in die Pflanzen eindringen. Phoma kann als Dauermycel unter der Samenschale überdauern. Auch bei tiefen Temperaturen (bis -20 Grad) ist der Pilz bis zu 20 Jahre lebensfähig. Bei Bildung der Hauptfruchtform erfolgt die Verbreitung der Ascosporen durch den Wind von Feld zu Feld.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Gesundes Saatgut verwenden
- Heißwasserbehandlung des Saatgutes (50 Grad, 30 min.)
- Gute Auflaufbedingungen ermöglichen (keine Staunässe, keine zu dichte Aussaat, gute Bodenstruktur, gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit)
- Saubere Anzuchtgefäße und Kisten verwenden
- Optimale Saatbettbereitung bei Direktsaat
Direkte Maßnahmen am Saatgut/ zugelassene Pflanzenschutzmittel
- Heißwasserbehandlung (50 Grad Celsius, 30 Minuten, sehr gute Wirkung); zur Vermeidung von Keimschädigungen sollten mit der jeweiligen Saatgutcharge Vorversuche zur Ermittlung der optimalen Behandlungstemperatur und -dauer erfolgen.
- Feuchtheißluftbehandlung (sehr gute Wirkung)
- Elektronenbehandlung (sehr gute Wirkung)
- Pflanzenstärkungsmittel auf Senfmehlbasis
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Landbau verfügbar.
Letzte Aktualisierung: 01.02.2011

