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Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)

Schadbildbeschreibung

Die Kraut- und Braunfäule tritt vorwiegend im Freiland auf. An den Früchten werden anfangs grau-grüne, später schmutzig-braune, leicht runzelige Flecke sichtbar. Diese befinden sich überwiegend auf der oberen Hälfte der Frucht.

Befallsstellen durch Phytophthora an Tomaten. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Befallsstellen reichen bis ins Fruchtfleisch, das dort verhärtet und braun-faul wird.
(c) JKI

Unter Glas erfolgt erst der Blattbefall, danach der Fruchtbefall. Der Blattbefall erfolgt zuerst an den älteren Blättern. Dort bilden sich unscharf begrenzte, grau-grüne, später braune oder schwarze Flecken, die sich schnell ausbreiten und das Blatt absterben lassen, wobei der Stiel oft länger gesund bleibt. Unter feuchten Bedingungen bildet sich auf der Unterseite des Blattes ein weißer Pilzrasen.

Auch der Stängel wird befallen. Es bilden sich großflächig braunschwarze, scharf begrenzte Flecken, die den ganzen Stängel umfassen können. Der darüber liegende Teil stirbt nur langsam ab.

Biologie in Kürze

Die Erkrankung geht in der Regel von befallenen Kartoffelbeständen aus. Die von den Sporangien entlassenen Zoosporen dringen durch die Fruchthaut der Tomaten aktiv ins Pflanzeninnere ein. Bei ausreichender Luftfeuchtigkeit treten aus den Spaltöffnungen der Blätter im Bereich der Befallsflecke die Sporangienträger hervor.

Bei hoher Feuchtigkeit werden aus den Sporangien große Mengen an Zoosporen freigesetzt. Sie führen zu einer Vielzahl von asexuellen Generationen und Neuinfektionen innerhalb einer Vegetationsperiode. Die Sporangien selbst werden durch Wind und Regen verbreitet und können bei Temperaturen unter 15 Grad direkt keimen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Sortenwahl: Angaben zur Anfälligkeit der Sorten sind in der Beschreibenden Sortenliste enthalten. Für den Anbau sollten nur widerstandsfähige Sorten verwendet werden.
  • gute Durchlüftung im Bestand (Tauvermeidung - siehe Taupunkttabelle: Mittels der Taupunkttabelle lässt sich nach einer Messung von Temperatur und relativer Luftfeuchte im Bestand vor der nächtlichen Absenkung ablesen, ab welcher Temperatur es zur Taupunktbildung kommt. Tiefer darf die Temperatur nicht sinken.)
  • Tropfbewässerung
  • Kein Anbau in der Nähe von Kartoffeln!

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von  Kupfer (Kupferhydroxid im Gewächshaus, Kupferoktanoat und Kupferoxychlorid im Freiland) zugelassen.

Weblinks

Letzte Aktualisierung: 05.08.2010

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