oekolandbau.de - Das Informationsportal


Apfeltriebsucht

 

Schadbildbeschreibung

Das Schadbild dieser Krankheit kann je nach Befallsgrad sehr unterschiedlich sein. Typisch sind die besenartigen Verzweigungen einjähriger Triebe, an denen sich zahlreiche, steil aufgerichtete, dünne Triebe entwickeln.

Die an der Basis von Langtrieben gebildeten, stark vergrößerten Nebenblätter sind eine wichtige Diagnosehilfe. Bereits im Sommer kann es zu Herbstfärbungen an den Blättern kommen. Das Laub kann auch vergilben, ähnlich wie bei der Kalkchlorose. Befallene Bäume treiben im Vergleich zu gesunden Bäumen im Frühjahr etwas zeitiger aus. 

Ferner kann eine Blütenbildung während des Sommers auftreten. Die Symptome kommen kombiniert oder einzeln vor. Die Symptome treten am ganzen Baum oder nur an Teilen des Baumes auf.

Biologie in Kürze

Links durch Apfeltriebsucht verkleinerte Früchte, rechts normale Früchte
Die Früchte können bis zu einem Drittel verkleinert sein und sind oft abgeflacht und schlecht ausgefärbt,
(c) JKI

Die Krankheitserreger sind Phytoplasmen, die in die Bakteriengruppe der Mycoplasmen gehören. Phytoplasmen vermehren sich in den intakten Siebröhren. Da die Siebröhren des Sprosses ihre Funktion im Spätherbst bzw. Winterbeginn einstellen, werden die Erreger in den oberirdischen Baumteilen eliminiert. Sie überwintern in den ganzjährig funktionstüchtigen Siebröhren der Wurzeln. Im Frühjahr kann der Stamm wieder besiedelt werden. Die Verbreitung im Baum erfolgt durch die Leitbahnen, so dass eine Verbreitung innerhalb des Baums sehr schnell erfolgen kann. Auch wenn nur gewisse Astpartien Symptome aufweisen, muss davon ausgegangen werden, dass der gesamte Baum befallen ist.

Folgende Übertragungswege werden angenommen:

  • Wurzelkontakt
  • Veredlungsmaterial
  • Insekten können den Erreger beim Saugen des Pflanzensaftes aus den Siebröhren in ihren Körper aufnehmen und an gesunde Bäume weitergeben. Nach Untersuchungen kommen sowohl der Weißdornblattsauger (Cacopsylla melanoneura) als auch der Sommerapfelblattsauger (Psylla costalis) als Überträger in Frage. Blattläuse können als Überträger der Apfeltriebsucht ausgeschlossen werden. Auch beim Baumschnitt besteht keine Gefahr der Weiterverbreitung.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Da stark befallene Bäume ein bedeutendes Infektionspotential darstellen, müssen diese Bäume unabhängig von der Jahreszeit sofort gerodet werden. Da die Apfeltriebsucht sehr unterschiedliche Schadbilder hat, ist es in der Praxis nicht immer leicht, die Krankheit eindeutig zu identifizieren. Das alleinige Auftreten einer Rotfärbung kann zum Beispiel nicht immer auf einen Befall mit Apfeltriebsucht zurückgeführt werden. In Zweifelsfällen sollte daher der Berater zu Rate gezogen werden. Weniger stark befallene Bäume können sich nach zwei Jahren guter Pflege wieder erholen.

Die Bekämpfung der Vektoren ist eine Maßnahme, die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen, kann aber nicht als einzige Maßnahme zur Regulierung der Apfeltriebsucht gesehen werden. In Gebieten bzw. Anlagen, wo im Herbst mehrere Bäume mit Apfeltriebsucht beobachtet wurden, wird eine Bekämpfung empfohlen. Man achtet darauf, dass es keine erkrankten Bäume in der Nachbarschaft gibt.

Konsequentes Entfernen der Wurzelschosse und Verwendung von geprüftem Pflanzenmaterial sind ebenfalls wichtige Prophylaxe-Maßnahmen.

Direkte Maßnahmen

Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.

Weblinks

externer Link folgtApfeltriebsucht – Hintergrundinformationen, Symptome, Befallssituation, Überträger

Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

Seitenende