Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum)
Schadbildbeschreibung
Die Blütenknospe bleibt gegen Ende der Apfelblüte kuppelförmig geschlossen und vertrocknet. Das Blüteninnere ist ausgefressen und man findet die gelblich weiße Larve des Käfers.
Biologie in Kürze
Der Apfelblütenstecher gehört zu den Rüsselkäfern. Die Überwinterung erfolgt im adulten Stadium in Rindenritzen von Obstbäumen und Sträuchern, aber auch an Waldbäumen und im Boden. Schon zur Zeit des Schwellens der Fruchtknospen nimmt der Käfer seine Aktivität wieder auf. Die Weibchen legen nach dem Reifungsfraß die Eier in die zukünftigen Blüten.
Die Larve entwickelt sich dann in der Blüte, verpuppt sich und verlässt sie als adultes Tier. Der Käfer skelettiert Blätter von der Blattunterseite und schädigt einzelne Früchte durch einen später vernarbenden Punktfraß. Ab August sucht er das Winterquartier auf.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Besonders gefährdet sind Apfelanlagen in Waldnähe. Dort sollte man im Stadium B - C Kontrollen durchführen.
- Visuelle Kontrolle:
Vor dem Ablegen der Eier führt der Käfer einen sogenannten "Naschfraß" durch, der an den Blütenknospen durch kleine Fraßstellen mit austretendem Zellsaft erkennbar ist.
Schadensschwelle: 10 bis 15 Fraßstellen pro 100 Knospen - Klopfprobe:
Die Klopfprobe sollte bevorzugt in der Mittagszeit, bei warmer Witterung durchgeführt werden. Kontrollen bei kalter Witterung können ein falsches Bild über die Befallssituation vermitteln.
Schadensschwelle: 20 bis 30 Käfer pro 100 Schläge
Wichtig:
- Die Schadensschwelle ist stark von der Blühstärke abhängig.
- Singvögel wie z.B. Meisen, können zur Dezimierung dieses Schädlings beitragen. Das Aufhängen von Nistkästen ist somit eine wertvolle Maßnahme zur Regulierung des Blütenstechers.
- Ein wichtiger Nutzen ist die Schlupfwespe Scambus pomorum, die Larven des Blütenstechers parasitiert.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Es sind in Deutschland Pflanzenschutzmittel zugelassen auf der Basis von
Pyrethrinen -
Rapsöl zugelassen. Eine Behandlung sollte bei Temperaturen über 15 Grad und keiner direkten Sonneneinstrahlung erfolgen.
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

