Apfelglasflügler (Synanthedon myopaeformis)
Schadbildbeschreibung
Im Bereich von Krebsstellen oder sonstigen Wundstellen findet man Einbohrstellen, teilweise mit Bohrmehl- oder Kotkrümelaustritt. Häufig sieht man auch die Ausbohrstellen der geschlüpften Falter mit der leeren Puppenhülle.
Biologie in Kürze
Von Mitte Mai bis Ende August kann man die Falter des Apfelglasflüglers gelegentlich auch tagsüber in den Obstanlagen beobachten. Die Flügel sind häutig durchscheinend.
Wie Fänge in Pheromonfallen zeigen, ist der Flug im Juli am stärksten. Die Weibchen legen ihre Eier an Rindenritzen, Wurzelfeldern der Unterlage und verletzten Stellen ab. Daraus schlüpfen die Larven, die sich unter die Rinde bohren. Dort bleiben die gelblich-weißen, 25 mm langen Raupen bis zum Frühjahr des nächsten oder übernächsten Jahres, um sich dann zu verpuppen.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Gefährdet sind vor allem Bäume auf schwach wachsenden Unterlagen mit vielen Luftwurzeln bzw. Wurzelfeldern. Bei älteren Bäumen besetzt der Apfelglasflügler zum Teil auch Rindenritzen und Schnittstellen im Kronenbereich. Eine Regulierung ist dort technisch undurchführbar und erfolglos. Kommt es zu Verletzungen, werden diese Stellen mit Baumharz verschlossen.
Vögel wie z.B. Meisen, der Kleiber und der Specht jagen den Raupen des Glasflüglers nach. Alle vogelfördernden Maßnahmen tragen also zur Regulierung des Schädlings bei.
Der Einsatz von Pheromonen unter Anwendung der Verwirrungstechnik kann eine erhebliche Reduzierung des Schädlings bewirken.
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Mit Saftfallen, die ab Flugbeginn im Mai/Juni aufgehängt werden, kann man einen Teil der Falter abfangen. Bewährt hat sich hierfür ein Gemisch aus 11 l Essig +11 l Apfelsaft + 100 g Zucker + 8 l Wasser. Ebenso attraktiv ist der abgekochte, unverdünnte Saft fauler Äpfel.
Hochwandige Gefäße (z.B. alte Marmeladenkübel oder ähnliches) werden damit etwa halbvoll gefüllt. An heißen Tagen verdunstet das Wasser, es wird bei Regen oder durch das Beregnen wieder nachgefüllt. Pro Hektar genügen etwa fünf bis zehn solcher Saftfallen. Von Zeit zu Zeit entfernt man mit einem Sieb die gefangenen Falter.
Befallene Äste sollten entfernt werden. Man kann auch die Larven in den Fraßgängen mit einem Metalldraht abtöten.
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

