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Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea)

 

Schadbildbeschreibung

Junge Früchte haben Bohrlöcher, aus denen jauchige Flüssigkeit austritt und die mit feuchtem Kot gefüllt sind. Spiralartiger, verkorkter Miniergang. Befallene Äpfel werden abgestoßen. In den letzten Jahren trat in vielen Regionen starker Befall auf, auch bei starkem Fruchtansatz, mit teilweise sehr hohen Schäden.

Biologie in Kürze

Larve der Apfelsägewespe im jungen Apfel
Die Apfelsägewespe überwintert als ausgewachsene Larve im Boden und verpuppt sich im Frühjahr,
(c) JKI

Kurz vor der Apfelblüte schlüpft die Sägewespe und legt ca. 20 Eier einzeln in die Fruchtanlage der Apfelblüte.

Austretender Zellsaft lässt hier die Eiablage erkennen. Die geschlüpften Larven minieren anfangs unter der Fruchtoberhaut, dann gehen sie auf andere Früchte über, die im Inneren ausgehöhlt werden. Im Juni verlässt die Larve den zuletzt befallenen Apfel und begibt sich zur Überwinterung in den Boden.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Kontrolle: Besondere Vorsicht ist in Anlagen mit Befall im Vorjahresbefall geboten!

  • Beleimte Weißtafeln: Sie sollten vor dem Ballonstadium aufgehängt werden. Weißtafeln simulieren Blüten und werden daher von der Apfelsägewespe angeflogen.
    Schadensschwelle: Werden bis zur Blüte weniger als 20 bis 30 Sägewespen/Weißtafel gefangen, ist die Gefahr gering. Eine zusätzliche visuelle Kontrolle ist jedoch in Anlagen mit Vorjahresbefall dringend angeraten.
  • Visuelle Kontrolle der Eiablage: Gegen Ende der Apfelblüte werden die Einstichstellen der Eiablage an den jungen Früchten kontrolliert.
    Schadensschwelle: 3 bis 5 befallene Fruchtbüschel/100 Kontrollen je nach Blütenansatz.

Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Die direkte Bekämpfung muss kurz vor dem Eischlupf bei abgehender Blüte termingerecht erfolgen. Je nach Flugverlauf bzw. Schlupfraten müssen unter Umständen zwei bis drei Behandlungen erfolgen.

Eine direkte Bekämpfung erfolgt mit externer Link folgtQuassiaextrakten, die im eigenen Betrieb als Pflanzenschutzmittel hergestellt werden dürfen.

  • Quassiaholzmehl: 20 bis 40 kg/ha je nach Quassingehalt
  • ca. 12g Quassin/ha
  • nur Quassiaholz mit geprüfter Qualität (Quassingehalt bekannt und garantiert) verwenden, da sonst die Wirkung unsicher ist.

Aus der Forschung – für die Praxis:

Regulierung der Apfelsägewespe im ökologischen Obstbau

Die Apfelsägewespe ist ein bedeutender Schädling im ökologischen Obstbau. Mit dem Ziel, den Praktikern ein kostengünstiges und sicheres Verfahren zur Regulierung der Apfelsägewespe zur Verfügung zu stellen, haben Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau Versuche zur Anwendung von Quassia-Extrakt durchgeführt.

Das Extrakt aus Quassiaholz ist das bedeutendste Präparat zur Regulierung der Apfelsägewespe im ökologischen Obstbau. Wichtig ist hierbei die Qualität des Quassiaholzes, die anhand des Gehaltes an dem Wirkstoff Quassin definiert wird. Im Folgenden ist die abschließende Empfehlung auf der Basis der Projektergebnisse zusammengefasst:

  • Ausbringung mit hohem Wasseraufwand: möglichst 1000 l/ha bzw. 500 l/ha und mKh (Meter Kronenhöhe)
  • Zusatz von Netzmittel (geprüft wurde T/S-forte mit 1,5 l/ha und mKh
  • Anwendung möglichst nahe am Termin „abgehende Blüte“ – aber vor dem Schlupf der ersten Larven
  • Aufwandmenge 12 g/ha bzw. 6 g/ha und mKh Quassin, bei optimalen Anwendungsbedingungen und mittlerem bis schwachem Befallsdruck kann die Aufwandmenge auch reduziert werden (aber nicht auf weniger als 6 g/ha bzw. 3 g/ha und mKh)
  • Mittelfristig gesplittete Blattlausbehandlung mit NeemAzal-T/S 2 l/ha bzw. 1l/ha und mKh zum Termin Rote Knospe und 2 l/ha bzw. 1l/ha und mKh in Tankmischung mit Quassia zum Termin für die Sägewespe: Einsparung des Netzmittels, gleichzeitig verbesserte Bekämpfung der Mehligen Apfelblattlaus und notfalls bei Problemen ein weitgehend abgestoppter Sekundärbefall der Apfelsägewespe

Weitere Informationen:

Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

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