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Feldmaus (Microtus arvalis)

 

Schadbildbeschreibung

Feldmäuse beginnen mit dem Schadfraß an Gehölzen meist oberirdisch (Ringeln), arbeiten sich oft aber bis zur Wurzel vor, so dass im Endergebnis ein ähnliches Schadbild wie beim Schermausfraß entsteht. Die Breite der Nagezahnspuren gibt zusätzliche Hinweise auf den Schadensverursacher: Sie beträgt bei Feldmäusen ca. 1,5 mm.

Biologie in Kürze

Feldmaus
Feldmäuse haben einen ähnlich gedrungenen Körperbau wie Schermäuse, sie sind jedoch deutlich kleiner als diese und haben einen sehr kurzen Schwanz (ca. 3 cm),
(c) JKI

Feldmäuse legen bei der Nahrungssuche deutlich erkennbare, oberirdische Laufgänge an, die von den Baueingängen ausgehen und diese verbinden.

Die Baue sind an den zahlreichen offenen Eingängen (ca. 2 bis 3 cm Durchmesser) zu erkennen. Oft ist die ganze Fläche von Mauselöchern durchsetzt. Wie andere Wühlmausarten besitzt die Feldmaus ein sehr hohes Vermehrungspotenzial. Im Abstand von zwei bis vier Jahren kommt es zu einer starken Vermehrung, bisweilen auch zur Massenvermehrung. Feldmäuse sind sowohl tagsüber als auch nachts aktiv, wobei ein Aktivitätsschwerpunkt in der Abend- und in der Morgendämmerung liegt.

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind vor allem die Wurzelfraßschäden an Gehölzpflanzen, wie z.B. in Obstanlagen oder im Gartenbau. Ihre höchste Populationsdichte erreichen Nagetiere im Spätherbst. Nageschäden an Obstgehölzen treten vor allem in Frostperioden während des Winterhalbjahres auf, wenn Nahrungsalternativen knapp sind. Darum sind Befallskontrollen und die Bekämpfung vor Winterbeginn eine wichtige Voraussetzung, um Schäden an den Bäumen zu verhindern.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Die natürlichen Feinde wie Hermelin, Mauswiesel oder Greifvögel haben einen Einfluss auf die Wühlmausdichte. Sind sie zahlreich vorhanden, so können die natürlichen Feinde einen dämpfenden Einfluss auf die Entwicklung des Nagerbesatzes ausüben oder das Zyklusintervall strecken. Sie sollten daher gefördert werden, z.B. durch Sitzkrücken für Greifvögel, durch Steinhaufen, Holzstapel, Wurzelstöcke und ähnliche Verstecke für Mauswiesel und durch Nisthilfen im Hofbereich und in den Anlagen.

Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel 

Im ökologischen Landbau können handelsübliche Schlagfallen verwendet werden, die auf die oberirdischen Laufgänge gestellt werden. Wenn die Fallen beködert werden (z.B. mit geröstetem Brot), sollten sie aus Vogelschutzgründen abgedeckt werden.
Die für die Schermausbekämpfung beschriebenen Begasungsverfahren dürften grundsätzlich auch gegen die Feldmaus wirksam sein, es ist abzuwägen, ob sich der Aufwand bei dieser Art lohnt.

Schadensschwelle: Auch einzelne Individuen können über das Winterhalbjahr erheblichen Schaden anrichten. Das Bekämpfungsziel muss daher sein, die Obstanlage im Spätherbst wühlmausfrei zu machen.

Weitere Informationen:

Aus der Forschung - für die Praxis

Barrieresysteme zur Abwehr von Wühlmäusen im Öko-Obstbau

Im Öko-Obstbau verursachen Scher- und Feldmäuse erhebliche Schäden durch das Benagen der Rinde und der Wurzeln von Obstbäumen. Um die Zuwanderung dieser Schaderreger zu verhindern, können so genannte Migrationsbarrieren eingesetzt werden. In einem Forschungsprojekt wurden Barrieresysteme vor allem hinsichtlich ihrer Effizienz getestet.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtVersuche zum praxisgerechten Betrieb von Barrieresystemen zur Abwehr von Wühlmausschäden im ökologischen Obstbau (FKZ 02OE108)

Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

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