Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi)
Je nach Jahreszeit besiedeln verschiedene Blattlausarten die Obstbäume. Beim Austrieb können harmlose Apfelgrasläuse und Apfelfaltenläuse, um die Blüte erste Kolonien der Mehligen Apfelblattlaus und schließlich ab Mitte Mai die Grüne Apfelblattlaus beobachtet werden. Dann können Blätter einrollen und Triebspitzen verkümmern. Fruchtbeschmutzungen durch Honigtauausscheidungen der Läuse stellen die Schäden in Ertragsanlagen dar. Das Auftreten von Blattläusen wird auch durch die Bodenverhältnisse, den Ernährungszustand und das Wachstum der Bäume beeinflusst.
Biologie in Kürze
Der Körper ist dunkelgrün. Beine, Fühler und Hinterleibsröhren sind schwarz. Sie hält sich bevorzugt auf Bäumen mit starkem Wuchs auf. Sie verursachen ein Einrollen der Blätter und das Verkümmern der Triebspitzen. In Ertragsanlagen ist sie erst schädlich, wenn Honigtau die Früchte beschmutzt. Gerade im Spätsommer kann man gegenüber der Grünen Apfelblattlaus toleranter sein, weil die Kolonien stark von Schlupfwespen parasitiert werden.
Wichtige Gegenspieler sind auch Gallmückenlarven. Problematisch ist dies Grüne Apfelblattlaus vor allem in der Baumschule.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Förderung natürlicher Gegenspieler wie Marienkäfer, Schweb- und Florfliegen durch blühende Randstreifen und andere Saumstrukturen
- gute Bodenstruktur
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Bei Befallsbeginn, bzw. dem Sichtbarwerden der ersten Schadorganismen Spritzen. In Zukunft könnte der Nützlingseinsatz an Bedeutung gewinnen. Bisher liegen konkrete Anwendungshinweise jedoch nur für die Anwendung bei Gewächshauskulturen vor.
Rapsölpräparate können eingesetzt werden, wenn bereits im Frühjahr massiver Wintereibesatz vorliegt (vor allem an Jungbäumen). Bei Befall durch Zuflug im Sommer sind Kaliseife oder Quassiaextrakte anzuraten, da Rapsöl unter Umständen zu phytotoxischen Erscheinungen führt.
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:
Quassiaholzmehl: 20 bis 40 kg/ha je nach Quassingehalt. Nach derzeitigem Kenntnisstand sollten ungefähr 12 g Quassin/ha ausgebracht werden. Nur Quassiaholz mit geprüfter Qualität (Quassingehalt bekannt und garantiert) verwenden, da sonst die Wirkung unsicher ist.
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

