Mehlige Apfelblattlaus (Dysaphis plantaginea)
Je nach Jahreszeit besiedeln verschiedene Blattlausarten die Obstbäume. Beim Austrieb können harmlose Apfelgrasläuse und Apfelfaltenläuse, um die Blüte erste Kolonien der Mehligen Apfelblattlaus und schließlich ab Mitte Mai die Grüne Apfelblattlaus beobachtet werden. Das Auftreten von Blattläusen wird auch durch die Bodenverhältnisse, den Ernährungszustand und das Wachstum der Bäume beeinflusst.
Schadbildbeschreibung
Die Blätter sind stark eingerollt und verkrüppelt, zum Teil gelb oder braun gefärbt. Vorzeitiger Blattfall. Bei starkem Befall sind die Triebe gestaucht und verdreht, Früchte sind deformiert und klein. Rußpilze gedeihen auf ausgeschiedenem Honigtau und verschmutzen die Früchte.
Biologie in Kürze
Die Eier werden im Herbst in Rindenrisse und an der Basis der Knospen abgelegt. Im Frühjahr schlüpfen die Blattläuse und können sich mittels Jungfernzeugung explosionsartig vermehren. Sie sind relativ groß, mehlig grau gepudert und nur schwer von der Faltenlaus zu unterscheiden. Sie rollen die Blätter von der Spitze her ein. Sie können Wachstumshemmungen und Fruchtdeformationen ("Lausäpfel") bewirken.
Auf einzelnen Bäumen kann sich die Mehlige Apfelblattlaus bis Mitte Juli auf den Langtrieben halten; ab Juni sind keine Fruchtschäden mehr zu befürchten. Ab Juni bis Juli entstehen geflügelte Blattläuse, die auf verschiedene Wegerich-Arten abwandern. Ab Herbstbeginn erfolgt die Rückwanderung zum Apfelbaum.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Es gibt eine erhebliche Anzahl an sehr effizienten Gegenspielern der Blattläuse. Alle Maßnahmen zur Förderung dieser nützlichen Insekten sind für die Blattlausregulierung von großer Bedeutung. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Mehlige Apfelblattlaus sich bei niedrigen Temperaturen weiterentwickelt, während die meisten Gegenspieler dann inaktiv sind. Daher ist oft eine direkte Bekämpfung erforderlich.
Bäume mit einem sehr triebigen Wuchs werden von dieser Blattlausart besonders gerne befallen. Daher ist ein ausgewogener Wuchs in der Anlage anzustreben. Ein schlechter Bodenzustand fördert ebenfalls den Blattlausbefall. Alle Maßnahmen zur Besserung der Bodenstruktur tragen vorbeugend zur Blattlausregulierung bei.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Da die Blattläuse ein sehr starkes Vermehrungspotential besitzen, ist eine frühzeitige Bekämpfung sehr wichtig. In Anlagen in denen ein erhöhter Vorjahresbefall zu verzeichnen war oder bei denen auf Grund verschiedener Umstände (Anlagen in Umstellung, Alternanz, starker Schnitt u.a.) ein erhöhter Befall zu erwarten ist, kann eine vorbeugende Vorblütenbehandlung in Betracht gezogen werden. Der Mitteleinsatz erfolgt zum Schlupftermin der Mutterlaus (in der Regel vom Rotknospenstadium bis zum Ballonstadium).
Eine Schadensschwelle ist nicht zu benennen, da diese vom Pflanzenzustand abhängt. Mit den im Öko-Anbau zulässigen Präparaten ist nur eine vorbeugende Regulierung möglich, gegen starken Befall nach der Blüte gibt es keine wirksamen Maßnahmen mehr.
Als effektive Bekämpfungsmaßnahme hat sich das Entfernen der ersten eingerollten Kolonien herausgestellt. Der Eingriff kann nur effektiv sein, wenn wirklich die ersten Kolonien erfasst werden.
Spritzungen mit Präparaten auf der Basis von Azadirachtin kurz nach dem Austrieb zeigen ebenfalls einen gewissen Effekt, der im Allgemeinen jedoch für eine vollständige Regulierung nicht ausreicht.
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von
Azadirachtin zugelassen.
Weblinks
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

