Pfirsichwickler (Cydia molesta)
Schadbildbeschreibung
Die Larve ist 10 bis 14 mm groß und schwer von einer Apfelwicklerlarve unterscheiden. Die erste Generation bohrt sich zumeist in die Spitzen der Neutriebe. Die Einbohrung ist max. 6 cm tief. Die darauf folgenden Generationen bohren sich größtenteils in die Früchte ein. Die Larve beschränkt ihre Fraßtätigkeit auf das Fruchtfleisch und dringt nur selten bis ins Kernhaus vor.
Biologie in Kürze
Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium. Die Larve spinnt sich in einem Kokon in den Rindenritzen oder gelagertem Holz ein. Im April treten die ersten Falter auf. Ihre Aktivität ist bei Temperaturen unter 16 Grad sehr gering. Die Eier werden einzeln auf Blätter oder auch auf Früchten abgelegt. Von der Eiablage bis zum Schlupf dauert es unter optimalen Bedingungen (Temperatur über 20 Grad) drei bis fünf Tage, bei Temperaturen unter 20 Grad zehn Tage. Die Entwicklung von der Larve zum Falter dauert 17 bis 30 Tage und hängt stark von dem Wirt und der Temperatur ab. In einer Vegetationsperiode treten vier bis fünf Generationen auf. Der Falterflug kann bis Ende September andauern.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Raupen aber auch Falter sind eine begehrte Nahrung für Vögel. Alle Maßnahmen, die den Vogelbesatz in der Anlage erhöhen (Nistkästen, Sträucher, Tränkestellen), tragen zu einer Regulierung des Schädlings bei.
Der Pfirsich und die Nektarine sind der Hauptwirt des Pfirsichwicklers. Stehen solche Bäume in der Nähe einer Obstanlage, sollten sie einer verstärkten Kontrolle unterzogen werden und gegebenenfalls behandelt oder beseitigt werden.
Speziell von südlicheren Regionen importierte Holzkisten können Pfirsichwickler beherbergen. In der Nähe solcher Bestände sollten vermehrt Kontrollen durchgeführt und wenn möglich die Befallsquellen beseitigt werden.
Der Einsatz der Verwirrungstechnik könnte eine erhebliche Reduzierung des Schädlings bewirken. Zur Verwirrung des Pfirsichwicklers bedarf es eigener Pheromone. Die für die Verwirrung der Obstmade eingesetzten Dispenser haben also gegenüber dem Pfirsichwickler keine Wirkung. Dieses Verfahren ist in Deutschland jedoch nicht zugelassen.
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Ist in vergangenen Anbaujahren ein Befall an Pfirsichwickler aufgetreten oder besteht Verdacht eines beginnenden Befalls, so sollten ein oder mehrere Pheromonfallen in der Anlage ausgebracht werden. Anhand des Falterflugs und den visuellen Kontrollen kann dann entschieden werden, ob und wann ein Mitteleinsatz sinnvoll ist.
Die Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln müssen zum Eischlupf durchgeführt werden. Da sich die Generationen überschneiden, ist es sehr schwierig, gezielte Behandlungen durchzuführen. Je nach Witterungssituation muss daher über einen Großteil der Vegetationszeit ein Spritzbelag gehalten werden.
In Deutschland sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Bacillus thuringiensis zugelassen.
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

