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Pflaumenwickler (Cydia funebrana)

 

Schadbildbeschreibung

Die jungen Früchte färben sich bläulich und fallen ab. Das Einbohrloch ist ca. 2 mm groß mit Gummifluss am Bohrloch und im Bohrgang. Das Fruchtfleisch ist um den Kern angefressen. Fraßgang mit Kotkrümeln. Notreife von Früchten.

Biologie in Kürze

Fruchtschaden durch Larvenfraß des Pflaumenwicklers
Die Jungraupe bohrt sich nach einigen Stunden ein, frisst zuerst nahe des Stiels, dann im Kern und erzeugt viel Kot,
(c) Syngenta

Die Falter fliegen von Mai bis Juni und im Juli/August (zwei Generationen) abends und nachts. Die Weibchen der ersten Generation legen 40 bis 60 Eier einzeln an junge Früchte nahe des Stiels. Obwohl die befallenen Früchte meist abfallen ist der Schaden gering.

Nach der Eiablage der zweiten Generation an die reifen Früchte bohren sich die Larven sofort ein und schädigen die weit entwickelten Früchte durch Fraß und Zerstörung des Fruchtfleisches. Die erwachsene Raupe überwintert (meist) im Boden in einem Kokon. Die Verpuppung erfolgt dort in einem weißen Gespinst, seltener an der Rinde (ein Teil der Raupen überwintert, verpuppt sich erst im Frühling).

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Befallene, notreife Früchte aufsammeln und vernichten. Mit Hilfe eines Fanggürtels, der von Juli bis September um den Stamm liegt und anschließend vernichtet wird, kann ein Teil der Raupen erfasst werden.

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel 

Mit Lockstoff-(Pheromon-)Fallen können selektiv die männlichen Falter des Pflaumenwicklers ab Mitte Mai mit einer Falle je Baum gefangen werden. Die Befruchtung der Weibchen kann somit kaum stattfinden und es werden weniger Eier abgelegt. Dieses Verfahren ist in Deutschland jedoch nicht zugelassen.

Eine weitere Bekämpfungsmöglichkeit ist der Einsatz von speziellen Schlupfwespen (Trichogramma cacoeciae, T. dendrolimi), die die Eier des Pflaumenwicklers parasitieren. Dazu werden Ausbringungskärtchen in die Baumkronen gehangen. Da dieses Verfahren jedoch betriebswirtschaftlich nicht tragbar ist, wird es in der Praxis nicht angewendet.

Einsatz von Schlupfwespen: Trichogramma cacoeciae

  • bei frühreifen Sorten:
    1. Ausbringung zwischen 21. Juni und 1. Juli,
    2. Ausbringung nach drei Wochen
  • bei späteren Sorten:
    je ein bis zwei Wochen später (Zeitpunkte auch vom Witterungsverlauf abhängig)

Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Bacillus thuringiensis zugelassen.

Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

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