Rote Spinnmilbe, Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi)
Schadbildbeschreibung
Ab Frühjahr werden Aufhellungen der Blätter sichtbar, die durch die Saugtätigkeit der Tiere entstehen. Zunächst treten sie in der Nähe der Blattrippen auf, später am ganzen Blatt. Blätter werden mattgrün oder fahlgelb und später silber- bis bronzefarben. Es kommt zu einem vorzeitigen Blattfall. Die Fruchtknospenbildung kann bei starkem Befall beeinträchtigt sein.
Biologie in Kürze
Die Spinnmilbe überwintert im Eistadium. Während der Vegetationsruhe sind die roten, zwiebelförmigen Eier oft in großer Zahl in Knospennähe, am Fruchtholz, in Astgabeln und an den Zweigunterseiten zu finden. Aus den Eiern entwickeln sich über Larven und Nymphen Adulte, die dann die Sommereier legen. Daraus schlüpfen nach 3 bis 15 Tagen erneut Larven. Es können sich bis zu acht Generationen im Jahr entwickeln. Die Körper der Weibchen sind intensiv rot gefärbt. Warmes, sonniges Wetter fördert die Spinnmilben.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Ein bedeutender Nützling ist die Raubmilbe Typhlodromus pyri. Raubmilben verhindern als Schutzräuber die Ansiedlung und stärkere Vermehrung des Schädlings.
Raubmilbenfördernde Maßnahmen sind:
- Pflanzen von Hecken, in denen sich die Raubmilben besonders gerne aufhalten (z. B. Brombeeren, Roter Hartriegel, Haselnuss, Rote Heckenkirsche)
- Ständiges Pollenangebot (speziell Gräser), z.B. durch alternierendes Mulchen
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Bei starkem Wintereibesatz erfolgt eine Spritzung mit Mineralölen kurz vor dem Larvenschlupf aus den Eiern. Bei empfindlichen Sorten wie z. B. ´Braeburn` kann es jedoch zu Phytotoxischen Schäden kommen, weshalb bei diesen Sorten schon im Stadium Grüne Knospe oder früher gespritzt werden sollte.
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:
Anwendung von
Mineralöl-Emulsion: von Knospenaufbruch bis sich das erste Blatt entfaltet und vom Trieb abgespreizt hat. Basisaufwand 8 l/ha
Anwendung von
Rapsöl: von Knospenaufbruch bis sich das erste Blatt entfaltet und vom Trieb abgespreizt hat. Basisaufwand 8 l/ha.
Achtung: Ein Einsatz im Sommer ist nicht zugelassen!
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

