San José-Schildlaus (Quadraspidiotus perniciosus)
Schadbildbeschreibung
Welken und Absterben einzelner Triebe mit Belag aus runden, aufgewölbten Schildchen. Von Juni bis Oktober befinden sich kleine, gelbe, frei bewegliche Junglarven und sogenannte Weißpünktchen an den Befallsstellen. Zu dieser Zeit werden auch Blätter und Früchte befallen. Um die festgesaugte Schildlaus entsteht eine Rotfärbung, die sehr gut an den Früchten, aber auch an Ästen und Zweigen zu sehen ist.
Biologie in Kürze
Diese Schildlaus überwintert im ersten Larvenstadium an Ästen und Zweigen. Ende März beginnen die Junglarven weiter zu wachsen. Während die geschlechtsreifen Weibchen unbeweglich unter ihrem Schild bleiben, fliegen die Männchen im Mai aus.
Nach der Begattung gebären die Weibchen bis zu 200 gelbgefärbte Jungläuse, die nach 33 bis 40 Tagen ebenfalls fortpflanzungsreif sind. Anfang Juni kann man diese zitronengelben Läuse ohne Schild am Holz beobachten. Zwei bis drei Generationen sind möglich. Die Verbreitung der freibeweglichen Jungläuse erfolgt durch Wind, Vögel und Insekten. Der Handel mit Baumschulwaren führt jedoch zur größten Ausbreitung des Schädlings.
Regulierungsstrategien
Direkte Maßnahmen/Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Stark befallene, bereits abgehende Gehölze sollten entfernt und vernichtet werden. Beim Schnitt können stark befallene Äste und Kronenpartien entfernt oder ausgelichtet werden.
In gefährdeten Anlagen ist eine Austriebsspritzung ratsam. Das Öl bildet einen Film auf den Schildläusen unter dem sie ersticken. Eine Reduzierung des Befalles kann nur erreicht werden, wenn die Schildläuse direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Die notwendige Benetzung ist nur bei einer Behandlung im Winter oder zum Austrieb möglich. Bei starkem Befall sollten die Nester mit der Pistole gespritzt werden. Man kann die Ölanwendung auch zweimal in entgegengesetzter Fahrtrichtung durchführen und jeweils nur die Hälfte Öl verwenden.
Für die Behandlung sollten optimale Bedingungen abgewartet werden, also möglichst Windstille und hohe Luftfeuchte.
Pflanzliche Öle haben in Tastversuchen eine geringere Wirkung gezeigt. Bei niederem Befall kann eine Bekämpfung mit Pflanzenölen dennoch ausreichende Wirkung zeigen. Das Öl kann auch eine beachtliche Wirkung gegen den Apfelblattsauger und Nebenwirkungen auf die Eier der Blattläuse und Rote Spinnmilbe haben.
Als natürlicher Feind der San José-Schildlaus tritt vor allem die Schlupfwespe Prospaltella perniciosi auf. Diese wurde vor einigen Jahren in den Obstanlagen etabliert, das sollte heute bei den Pflanzenschutzmaßnahmen berücksichtigt werden.
Schadensschwelle: Es gilt eine Nulltoleranz.
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von
Rapsöl zugelassen.
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010

