Esca (Fomitiporia, Phaeomoniella, Phaeoacremonium)
Schadbildbeschreibung
Diese Erkrankung tritt vor allem an alten Reben (20 bis 25 Jahre) auf, neuerdings aber auch an jüngeren. Die Infektion erfolgt über Wunden am alten Holz, die durch Rebschnitt verursacht werden. Es bilden sich im Verlaufe der Krankheit tote Holzzonen.
Die Krankheit kann sich in zwei verschiedenen Formen entwickeln, einer langsamen (chronischen) und einer akuten (apoplektischen). Die chronische Form zeigt sich in typischen Blattverfärbungen und/oder Symptomen an den Beeren, die während des Sommers und im frühen Herbst auftreten. Ab Juli, vorwiegend im August und September, fallen in älteren Rebanlagen einzelne Stöcke auf, an denen die Blätter vom Rand her gelb werden. Oft sind nur Teile des Stockes betroffen. Häufig führt dies zu einem frühzeitigen Laubfall.
Die Trauben entwickeln sich häufig äußerlich fast normal. Trotz sortentypischer Ausbildung der Farbe ist das Mostgewicht gering und der Geschmack fad. Es können sich an Trauben auch braunviolette, kleine Flecken bilden ("black measles"). Teilweise welken die Trauben, verfärben sich violett und vertrocknen. Wie bei den Blattsymptomen treten die Beerenflecken nicht unbedingt jedes Jahr auf denselben Reben auf.
Die akute Form zeigt sich im plötzlichen Absterben und Vertrocknen der Blätter und Beeren. Die Rebstöcke sterben häufig innerhalb kurzer Zeit ab. Die Krankheitssymptome können während der gesamten Vegetationszeit auftreten, zeigen sich aber bevorzugt ab dem Hochsommer in älteren Weingärten. Gelegentlich, bei Hitze und Trockenheit, kommt es zum plötzlichen Absterben von Stockteilen oder ganzen Stöcken. Die Rebstämme befallener Stöcke platzen häufig einseitig auf.
Biologie in Kürze
Esca ist eine durch verschiedene Pilze verursachte Erkrankung.
Als Verursacher der Weißfäule wird heute der Pilz Fomitiporia mediterranea angesehen. Infektionsquelle sind an den Rebstöcken gebildete Fruchtkörper. Über weite Abschnitte ihrer mehrjährigen Lebensdauer können von diesen Sporen gebildet und über die Luft verbreitet werden.
Ferner werden Pilze der Gattungen Phaeomoniella und Phaeoacremonium isoliert, die möglicherweise als Endophyten bereits junge Reben besiedeln. Die Weißfäuleerreger befallen den Stock über Schnittwunden und anderen Verletzungen und dringen allmählich in den Rebstock ein. Von der Rebe werden sie aktiv zum Beispiel durch Einlagerung von Gerbstoffen unterdrückt.
Bei Stressbedingungen und damit verminderter Abwehrkraft breiten sich die Pilze im Gefäßsystem weiter aus. Ihre Toxine verursachen die Symptome an Laub und Trauben. Die Verbreitung erfolgt durch Sporen, vermutlich aber auch mit Vermehrungsmaterial.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Rebschnitt nicht zu Jahresbeginn, vorzugsweise bei aufsteigendem Saft oder trockener Witterung vornehmen.
- Starke Rückschnitte mit großen Wunden sind möglichst zu vermeiden. Großflächige Schnittstellen sind mit einem Wund-Verschlussmittel zu verschließen.
- Befallene Stöcke sollten bis auf das gesunde Holz kurz über der Veredlungsstelle zurückgeschnitten und ein neuer Stamm aufgebaut werden.
- Mehrjähriges Holz erkrankter Stöcke muss entfernt und verbrannt werden.
- Betroffene Stöcke erst nach nicht betroffenen Stöcken schneiden.
- Desinfektion der Geräte
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Keine bekannt. Zurzeit sind keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.
Letzte Aktualisierung: 27.09.2010

