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Gefurchter Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus)

 

Schadbildbeschreibung

Austrieb: Die Käfer fressen in der Dunkelheit an Knospen, Trieben und Blättern und hinterlassen dort charakteristische, bogenförmige Ausbuchtungen an den Blatträndern. Die Larven fressen an Wurzeln und am Wurzelhals. Die Fraßlöcher sind mit Kot gefüllt. Besonders gefährlich sind sie in Rebschulen und Junganlagen, da der gesamte Austrieb vernichtet werden kann. Die wichtigsten Schäden bis zum Absterben der Reben werden durch das Benagen der Wurzelstange und der Wurzeln verursacht.

Biologie in Kürze

Adulter Käfer am gezackten Rand eines Weinblattes, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Adulter Käfer beim Blattfraß,
(c) JKI

Die schwarzen Käfer sind 7 bis 10 mm lang. Der Kopf endet in dem charakteristischen langgezogenen Rüssel. Die Flügeldecken sind in Längsrichtung durch deutliche Furchen gekennzeichnet, denen der Käfer auch seinen Namen verdankt.

Die Tiere können nicht fliegen und verstecken sich tagsüber am Fuße der Pflanzen. Die Larven erreichen 8 bis 10 mm Länge; ihr Körper ist gelblich-weiß oder braun gefärbt. Sie liegen oft gebogen, in der Form eines C, im Boden. Im Mai und Juni schlüpfen die Weibchen des Dickmaulrüsslers, die sich ungeschlechtlich vermehren. Der Reifungsfraß dauert ca. vier bis fünf Wochen. Ab Ende Juni legen die Käfer ihre Eier nahe bei den Nahrungspflanzen in die Erde. Ein Weibchen kann so für mehrere hundert Nachkommen sorgen. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Larven. Der Dickmaulrüssler überwintert als Larve und verpuppt sich erst im folgenden Frühling. Auch einige erwachsene Käfer überstehen die kalte Jahreszeit. Sie sind in der Lage, insgesamt über zwei bis drei Jahre Eier zu legen.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Natürliche Feinde fördern: Laufkäfer, Tausendfüßler, Spinnen, insektenfressende Wirbeltiere
  • Häufige Bodenbearbeitung stört die Larven

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Parasitäre Nematoden sind gegen Larven und Puppen im Handel erhältlich. Zum Zeitpunkt der Anwendung müssen diese Stadien im Boden vorhanden sein.
Bringen Sie die Nematoden sofort nach Erhalt aus. Ist dieses nicht möglich, können Sie die Nützlinge bei 4 Grad bis 8 Grad etwa eine Woche aufbewahren. Vermeiden Sie die Ausbringung bei direkter Sonneneinstrahlung, da die Nematoden UV-empfindlich sind. Säubern Sie vor der Anwendung die Geräte, mit denen die Nematoden in Berührung kommen.

Stellen Sie zunächst ein Nematoden-Konzentrat her. Dazu entleeren Sie die Nematoden in einen Behälter mit fünf Liter Wasser. Rühren Sie dieses Konzentrat um.

  • Gießverfahren: Verdünnen Sie das Konzentrat mit soviel Wasser, wie zum gründlichen Benetzen der Ausbringungsfläche notwendig ist. Der Behälter sollte während der Ausbringung möglichst oft geschüttelt werden, um die Nematoden in Schwebe zu halten.
  • Spritzverfahren: Entfemen Sie aus der Spritze Filtereinsätze und Prallkörper. Am besten verwendet man zur Ausbringung eine Flachstrahldüse mit mindestens 1 mm Düsenöffnung. Der Druck sollte drei bar nicht übersteigen. Verdünnen Sie das Konzentrat mit soviel Wasser, wie zum gründlichen Benetzen der Ausbringungsfläche nötig ist. Der Behälter sollte während der Ausbringung möglichst oft geschüttelt werden, um die Nematoden in Schwebe zu halten. Der Boden sollte bis vier Wochen nach der Behandlung nicht austrocknen.

Während des Reifungsfraßes der Käfer können die Blätter mit Rainfarntee, externer Link folgtQuassia- oder Schmierseifenpräparaten gespritzt werden. Eine großflächige Regulierung ist nötig.

  • Quassia: 150 g Quassia/ 2 l Wasser
  • Rainfarn (Kraut und Blüte): 300 g/ 10 l Wasser (frisch) oder 30 g/ 10 l Wasser (getrocknet)

Letzte Aktualisierung: 27.09.2010

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