Grüne Rebzikade (Empoasca vitis)
Schadbildbeschreibung
Die Schäden zeigen sich hauptsächlich in der Traubenzone. An Blättern von Weißweinsorten zeigen sich zunächst hellgrüne, später gelbliche Verfärbungen der Blattspreite vom Blattrand ausgehend, die durch feine Blattadern scharf von unverfärbten Arealen abgegrenzt werden. Der Blattrand kann sich nach innen einrollen, bei stärkerem Befall nekrotisiert die Blattrandzone und trocknet ein. An Rotweinsorten ist das Schadbild besonders auffällig. Analog zu dem Schadbild bei weißen Sorten entstehen rote Verfärbungen, ansonsten ist das Schadbild identisch. Bei stärkerem Befall zeigen die Blätter eine abdorrende Randzone, eine mittlere rote, bzw. gelbe Zone und eine innere grüne Blattfläche.
Auf der Blattunterseite befinden sich flügellose, grünlich-weiße 1 bis 3 mm große Larven, die sich bei Störung schnell seitlich fortbewegen. Häufig sind nur noch die Häutungsreste (Exuvien) der Larven zu sehen. Die geflügelten erwachsenen Zikaden (3 bis 5 mm lang) fliegen bei Erschütterung des Laubes auf.
Biologie in Kürze
Die Zikade überwintert als Weibchen vorwiegend auf Nadelhölzern, aber auch auf Laubpflanzen, die ihre Blätter im Winter nicht verlieren. Bei Vegetationsbeginn wandern die geflügelten Weibchen auf die Reben, wo sie mit der Eiablage beginnen. Je nach Witterung treten die ersten Larven Ende Mai bis Anfang Juni auf. Die Larven wie auch die verschiedenen Nymphenstadien und die adulten Tiere saugen an den Blattnerven auf der Blattunterseite.
Die Schäden sind ausschließlich auf die Fraßaktivität der Larven zurückzuführen. Die zweite Generation tritt Ende Juli bis Anfang August auf. In seltenen Fällen kann es zu einer dritten Generation kommen, die aber kaum Schäden verursacht.
Regulierungsstratgeien
Vorbeugende Maßnahmen
Hecken, insbesondere die Heckenrose, die Brombeere und die Haselnuss haben für die Ansiedlung von Zikadenwespen und anderen Gegenspielern eine große Bedeutung. Das Pflanzen solcher Straucharten um oder sogar in die Rebanlage kann ein wichtiger Beitrag zur Regulierung der Rebzikaden sein. Eine reichhaltige, möglichst die ganze Vegetationsperiode über blühende Begrünungsflora fördert Nützlinge und schafft einen fruchtbaren, biologisch aktiven Boden.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Kontrollen
Kontrolliert wird zum Zeitpunkt des Larven- bzw. Nymphenstadiums der jeweiligen Generation. Es sollen mindestens 50 Blätter auf der Blattunterseite untersucht werden.
Schadensschwelle
für anfällige Sorten:
- Erste Generation: mindestens drei Zikadenlarven pro Blatt
- Zweite Generation: mindestens zwei Zikadenlarve pro Blatt
für weniger anfällige Sorten:
- Erste Generation: mindestens fünf Zikadenlarven pro Blatt
- Zweite Generation: mindestens drei Zikadenlarven pro Blatt
Der Verlust durch befallene Blätter sollte durch schwächere Einkürzung der Geiztriebe kompensiert werden.
Zurzeit sind keine Pflanzenschutzmittel in Deutschland zugelassen.
Letzte Aktualisierung: 27.09.2010

