Kleine Rebenschildlaus (Parthenolecanium corni), Wollige Rebenschildlaus (Pulvinaria vitis)
Schadbildbeschreibung
Im Winter ist der Befall durch Schildläuse leicht an den braunen, höckerartigen Gebilden am zwei- bis dreijährigen Holz zu erkennen. Ab dem Frühjahr bis in den Sommer hinein scheiden die Schildläuse während ihrer Saugtätigkeit an Trieben und Blättern reichlich klebrigen Honigtau aus, auf dem sich später Rußtaupilze ansiedeln.
Durch einen Schildlaus-Befall kommt es zu starkem Saftentzug und damit zu Wuchshemmungen. Die Folgen sind im allgemeinen unabhängig von der Schildlaus-Art. Bei starkem Befall kann das Ausscheiden von giftigen Speichelsekreten Kümmerwuchs und sogar das Absterben ganzer Pflanzen verursachen. Die Kleine Rebenschildlaus ist zudem auch als Überträger von Virosen bekannt.
Biologie in Kürze
Im Frühjahr bildet die Wollige Rebenschildlaus unter ihrem Schild ein deutlich sichtbares, weißes Gespinst aus, in dem die Eiablage erfolgt.
Nach kurzer Zeit schlüpfen die Jungläuse, wandern an die grünen Rebteile und saugen an Trieben und Blättern; erst im Herbst werden sie geschlechtsreif. Die weiblichen Tiere suchen das ältere Holz auf, saugen sich fest und überdauern dort den Winter. Die Männchen sind geflügelt. Die Jungläuse der Kleinen Rebenschildlaus überwintern am einjährigen Holz und werden erst im Frühjahr geschlechtsreif. Das Schild der Weibchen wird durch Stoffeinlagerungen in die stark gewölbte Rückenhaut gebildet und dient als Schutz für die darunter abgelegten Eier.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Natürliche Feinde fördern: Raubmilben, Marienkäfer, Florfliegen, räuberische Wanzen, Erzwespen und Zehrwespen
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Für die Schildlaus-Regulierung im ökologischen Weinbau ist zurzeit kein Pflanzenschutzmittel zugelassen. Austrieb-Spritzungen mit Ölen wirken befallsmindernd.
Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

