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Rote Spinnmilbe, Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi)

 

Schadbildbeschreibung

Vor dem Austrieb sind um die Knoten des einjährigen Holzes, sowie an zweijährigem und älterem Holz leuchtend rote Wintereier sichtbar.

Makroaufnahme einer Roten Spinnmilbe, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Rote Spinnmilbe (Obstbaumspinnmilbe) Panonychus ulmi
(c) JKI

Während des Austriebes bleiben die ersten Blätter klein, zeigen dunkle Blattrandzipfel und sehen filzig behaart aus. Auch im Frühjahr bleiben die Blätter kleiner. Sie weisen dann eine gelblich grüne Färbung auf und sind löffelförmig nach oben gebogen. Oft sind ab Mitte Mai Sommereier, Erwachsene und (mit der Lupe) Larven auf den Blättern zu finden. Im Sommer sind die Blätter gelblich bis rostbraun verfärbt. Bei sehr starkem Befall kann es zu Entlaubung kommen.

Der Befall mit Spinnmilben führt zu Wachstumshemmungen, einem geringeren Traubenansatz, Reifeverzögerung sowie zu Ertrags- und Qualitätseinbußen.

Biologie in Kürze

Die Spinnmilbe überwintert im Eistadium. Aus den Eiern entwickeln sich über Larven und Nymphen Adulte, die dann die Sommereier legen. Daraus schlüpfen nach 3 bis 15 Tagen erneut Larven. Es können sich bis zu fünf Generationen im Jahr entwickeln. Die kaminroten Tiere leben vorwiegend auf der Blattunterseite.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Ein bedeutender Nützling ist die Raubmilbe Typhlodromus pyri. Raubmilben verhindern als Schutzräuber die Ansiedlung und stärkere Vermehrung des Schädlings. Sie sind besonders effektiv, wenn sie vor der Ansiedlung der Spinnmilben in ausreichender Dichte vorkommen. Deshalb ist eine raubmilbenschonende Spritzfolge durchzuführen.

Weitere raubmilbenfördernde Maßnahmen sind:

  • Pflanzen von Hecken, in denen sich die Raubmilben besonders gerne aufhalten (z. B. Brombeeren, Roter Hartriegel, Haselnuss, Rote Heckenkirsche)
  • Ständiges Pollenangebot (speziell Gräser), z. B. durch alternierendes Mulchen

Um Raubmilben in eine Anlage zu bringen, werden Umsiedlungsverfahren angewendet.

Die Umsiedlung erfolgt im Winter über zweijähriges Schnittholz und nach dem Rebaustrieb über Stocktriebe. Das Schnittholz wird an die Rebstöcke der neu zu besiedelnden Anlage gebunden. Im Sommer werden Reblaub und Geiztriebe der routinemäßigen Laubarbeiten verwendet. Auch die Umsiedlung über Filzstreifen kann durchgeführt werden, indem die Streifen an die Basis des zweijährigen Holzes im Frühherbst angebracht und im Frühjahr nach der Raubmilbeneinwanderung ausgebracht werden.

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Schadensschwelle:

  • 50 Wintereier/Knoten,
  • 10 Milben pro Blatt (bis zur Blüte),
  • 2 bis 5 Milben pro Blatt (Abschlussspritzung)

Anwendung von externer Link folgtMineralöl-Emulsion: von Knospenaufbruch bis sich das erste Blatt entfaltet und vom Trieb abgespreizt hat. Basisaufwand 8 l/ ha

Anwendung von externer Link folgtRapsöl: von Knospenaufbruch bis sich das erste Blatt entfaltet und vom Trieb abgespreizt hat. Basisaufwand 8 l/ ha.
Achtung: Ein Einsatz im Sommer ist nicht zugelassen!

Letzte Aktualisierung: 27.09.2010

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