Mehlmottenschlupfwespe (Habrobracon hebetor)
Biologie in Kürze
Diese Brackwespe erreicht eine Länge von 4 mm. Die Färbung, in der Regel gelb mit schwarzer Zeichnung, ist sehr variabel. Auch schwarze Tiere kommen vor. Der Hinterleib ist gedrungen und nur kurz gestielt. Habrobracon hebetor ist eine kosmopolitisch verbreitete Art, die gewöhnlich in Gemeinschaft mit Larven verschiedener vorratschädigender Motten gefunden wird.
Die Wirtslarven werden zunächst angestochen und paralysiert. Anschließend werden mehrere Eier außen an die Wirtslarven abgelegt.
Mehrere Parasitoidenlarven entwickeln sich an einem Wirtstier, das sie kurz vor der Verpuppung verlassen. Die Parasitoidenlarven spinnen zur Verpuppung einen Kokon. Die Eiablage beginnt bei Temperaturen zwischen 16 Grad und 19 Grad, erreicht ihr Maximum bei 30 Grad und erfolgt nicht mehr bei 44 Grad. Der Lebenszyklus vom Ei zum Imago dauert bei 30 Grad etwa zehn Tage.
Im Lager sammeln sich die Männchen an Erhebungen, wie z. B. der Getreideoberfläche, wo sich die Weibchen dann zur Paarung einfinden. Paralysierte Wirtslarven setzen ihre Entwicklung nicht fort. Dies führt zu einer Art Selbstversorgung, die es H. hebetor ermöglicht, Perioden geringer Wirtsverfügbarkeit zu überleben. In Freilanduntersuchungen ergab sich, dass die Temperatur und die Wirtsverfügbarkeit die Hauptfaktoren für die Populationsentwicklung von H. hebetor in Getreidelagern darstellen. In den gemäßigten Breiten tritt H. hebetor wahrscheinlich nicht in Diapause ein, vor allem Puppen, aber auch Imagines überwintern in Getreidelagern.
Einsatzmöglichkeiten gegen Larven der:
- Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)
- Speichermotte (Ephestia elutella)
- Mehlmotte (Ephestia kuehniella)
- Tropischen Speichermotte (Ephestia cautella)
- Weiterhin dringt H. hebetor in geschütteten Weizen mindestens 30 cm tief ein und parasitiert Larven der Zünsler-Motten.
Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

