Praxistipp
Gegen Lagerschädlinge: Frostperioden nutzen

- Der Kornkäfer ist einer der bedeutendsten Getreideschädlinge
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Frostperioden können genutzt werden, um Getreideläger auszufrieren. Öffnen Sie dazu in leeren Lagerräumen Fenster und Türen und kühlen Sie größere Getreidepartien über Lüfter und Lüftungskanäle. Zwischen der Getreidekerntemperatur und der Außenluft sollte eine möglichst große Temperaturdifferenz (mehr als sieben Grad) bestehen. Das Getreide muss gleichmäßig von unten bis oben durchgekühlt werden.
Vorratsschädliche Insekten entwickeln sich bei Temperaturen unter 12 Grad nicht weiter. Eine plötzliche Abkühlung von zum Beispiel 18 Grad auf unter 5 Grad kann sogar zur Abtötung aller Getreideschädlinge führen, da Sommertiere schon bei einer Abkühlung auf unter 6°C absterben. Allerdings erhöhen Insekten bei abnehmenden Temperaturen zum Winter hin die Gehalte an Zucker und Alkoholen in ihrer Körperflüssigkeit, was der Gefahr des Einfrierens vorbeugt. Außerdem ziehen sich mobile Stadien auf der Suche nach Wärme und Feuchtigkeit aus den Randbreichen ins Zentrum des Getreides zurück. Diese Prozesse sollten möglichst früh unterbunden werden.
Der Kornkäfer Sitophilus granarius (L.) ist gegen Kälte recht widerstandsfähig. Während von den jungen Larven dieser Art in Versuchen bei der Absenkung von 25 auf 15 Grad schon mehr als 60 Prozent abstarben, überleben Puppen und Käfer, die sich an winterliche Kälte angepasst haben, noch Temperaturen um -5°C. Daher könnte es sinnvoll sein, besonders die ersten Frostperioden des Winters für eine Kältebehandlung zu nutzen.
Autor: Dr. Cornel Adler (cornel.adler@jki.bund.de), JKI, Institut für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz
Erschienen in "bioland", Ausgabe 12/06
Letzte Aktualisierung: 24.11.2010
