Brotkäfer (Stegobium paniceum)
Schadbildbeschreibung
Der Schaden an Nahrungsgütern und Materialien entsteht durch Verunreinigung, Gespinstverklebung der Nahrungspartikel und durch die Fraßtätigkeit der Larven. Als Allesfresser bevorzugen sie trockene Back- und Teigwaren, stärkehaltige, trockene pflanzliche Stoffe, Lagergetreide, außerdem getrocknete Pflanzen und Drogen, Kakao, Schokolade, Tabak, Leder, Bucheinbände und andere.
Die Vielfältigkeit seines Nahrungsstoffspektrums erklärt auch die Ursache seiner Schadwirkung. Vielleicht ist seine ausgedehntere Verbreitung vergangener Jahrzehnte heute unter anderem dadurch eingeschränkt worden, dass andere Grundstoffe zur Herstellung von Leim in der Buchbinderei und zum Anbringen von Tapeten verwendet werden. Sicher hat die heutige Herstellung befallsgefährdeter Waren, ihr Vertrieb über moderne Handelsnetze und ihre meist nur kurzzeitige Aufbewahrung im modernen Haushalt eine weitere Verbreitung des Brotkäfers aufgehalten.
Biologie in Kürze
Der Brotkäfer ist rostrot bis braun gefärbt und trägt eine dichte, kurze, gelbfarbige Behaarung. Der Halsschild ist seitlich scharf gerandet und ohne Höcker. An dieser Form lässt sich dieser Käfer vom sehr ähnlichen und nah verwandten Tabakkäfer unterscheiden. Die Flügeldecken sind mit feinen Punktreihen versehen.
Die Weibchen des Brotkäfers legen die weißlichen Eier verstreut im Lagergut oder an dunklen Stellen ab. Die Larven sind behaart und weiß. Von der hellbraunen Kopfkapsel setzen sich die kräftigen dunkelbraunen Mundwerkzeuge deutlich ab. Die viergliedrigen Beine der Larven haben Klauen, die bei Junglarven besonders lang werden. Neben diesen Halte- oder Fortbewegungsanhängen der Beine verfügen sie noch über sogenannte Nachschieber, beiderseits vom After vorstülpbare Zäpfchen, die mit zu einer schnellen Fortbewegung verhelfen.
Erst im entsprechenden Nährsubstrat beginnen die Larven mit dem Sekret ihrer Speicheldrüsen unter Einbindung kleiner Nahrungsteilchen mit der Anfertigung des Kokons. In diesem Kokon häuten sie sich und verpuppen sich auch. Der geschlüpfte Jungkäfer bleibt noch 10 bis 14 Tage in seiner schützenden Hülle. Erst nach erfolgter Aushärtung des Exoskeletts, der Ausfärbung und der Ausreifung der Geschlechtsorgane nagt er sich durch die Wandung des Kokons ins Freie (meistens in das Nahrungssubstrat).
Die Paarung erfolgt recht bald, und wenige Tage danach beginnt das Weibchen mit der Eiablage, die sich bis zu drei Wochen hinziehen kann. Danach verlassen die Weibchen meistens ihre verdeckten Aufenthaltsstellen und sitzen dann an Fenstern oder Wänden. Unter günstigen raumklimatischen Bedingungen können im Jahr zwei Generationen zur Entwicklung kommen. Die Käfer nehmen keine Nahrung zu sich.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Getreidelagerei: Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung, Absenken der Temperatur unter 10 Grad
Direkte Maßnahmen
Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz der Lager-Erzwespe (Lariophagus distinguendus)
Chemische Maßnahmen:
- Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff
- Kohlendioxid unter Hochdruck
- Kieselgur (im gesamten Schüttgut verteilen)
Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

