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Dörrobstmotte syn. Kupferrote Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)

 

Schadbildbeschreibung

Die Dörrobstmotte ist weltweit wahrscheinlich der wichtigste Schädling in der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Reklamationen, Rücknahmeaktionen, Verluste, Überwachung und Bekämpfung sowie Renommeeschäden belaufen sich vermutlich auf Milliardenbeträge. Diese Mottenart befällt Trockenfrüchte, Nüsse, Mandeln, Erdnüsse, Schokolade.

Biologie in Kürze

Dörrobstmotte, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Getreide, Sämereien, trockene Kräuter und Insektensammlungen werden seltener befallen,
(c) JKI

Der körpernahe Teil des Vorderflügels ist hellgrau bis ockergelb, der übrige Flügelteil rotbraun bis rot gefärbt und trägt blaue Querlinien, die bei abgeflogenen Faltern nur schwer zu erkennen sind. Die Hinterflügel sind hellgrau.

Die zitronenförmigen Eier sind weiß. Die weiß, hellrosa oder gelbgrünlich gefärbten, fettig glänzenden Larven durchlaufen etwa fünf Häutungen. Sie tragen einen rötlichbraunen Kopf, die sogenannte Kopfkapsel. Die Puppe färbt sich mit zunehmendem Alter von hellbraun nach dunkelbraun und liegt geschützt in einem dichten, etwa 7 mm langen Gespinstkokon. In unbeheizten Räumen entwickeln sich in einem Jahr ein bis zwei Generationen. Die Larven können in Diapause überwintern.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Um Befall von Lebensmittelpackungen in der Handelskette bis zum Verbraucher zu verhindern, wird im Rahmen eines wirksamen Verpackungsschutzes darauf geachtet, dass solche Packungen möglichst keine Öffnungen enthalten. Die frisch geschlüpften Larven benötigen einen freien Querschnitt von mehr als 0,1 mm, um in eine Packung einzudringen. Durchnagen können sich die Eilarven dieser Art nicht.

Für den häuslichen Bereich, in den Tiere dieser Art in den Sommermonaten zufliegen können, wird peinliche Sauberkeit empfohlen. Der Küchenbereich insbesondere, aber auch Tierfutterplätze und andere Stellen, an denen im Haushalt Reste von Nahrung verbleiben könnten, sollten regelmäßig so gereinigt werden, um diesen Tieren keine Brutstätten zu bieten.

Lebensmittel sollten in dicht schließenden Gefäßen gelagert werden. Befallene Lebensmittel sind schnell und gründlich zu entsorgen. Zur Abtötung aller Stadien einschließlich der Eier dient auch das Aufbewahren im Tiefkühlfach für etwa zehn Tage oder kurzes Erhitzen im Backofen bei über 50 Grad für etwa eine Stunde. Krankheiten werden durch diese Tiere nicht übertragen.

Auch die männlichen Falter dieser Art lassen sich gezielt mit Pheromon-beköderten Klebefallen anlocken und fangen. Zusätzlich zur Früherkennung ist mit dieser Methode auch der Bekämpfungserfolg nach einer Maßnahme überprüfbar. Die regelmäßige, möglichst wöchentliche Fallenkontrolle gibt einen guten Einblick in den Aufbau einer Mottenpopulation.

In der Getreidelagerei ist auf die gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung zu achten.
Die Lager-Temperatur sollte auf unter 10 Grad abgesenkt werden.

Direkte Maßnahmen

Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz von Trichogramma spp. und Habrobracon hebetor

Physikalische Maßnahmen:

  • Hitzebehandlung
  • Kühllagerung
  • Reinigung des Getreides

Chemische Maßnahmen:

  • Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff
  • Kohlendioxid unter Hochdruck
  • Kieselgur (im gesamten Schüttgut verteilen)

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

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