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Getreideplattkäfer, syn.Getreideschmalkäfer (Oryzaephilus surinamensis)

 

Schadbildbeschreibung

Gemeinsam mit dem Kornkäfer ist der Getreideplattkäfer der bedeutendste Getreideschädling. Auch in der Lebensmitteindustrie führt er zusammen mit dem Reismehlkäfer Tribolium confusum zu bedeutenden Schäden. Der Getreideplattkäfer ist in Lebensmittellagern sowie in Neubauwohnungen durch das günstige Mikroklima zum häufigsten Schädling an Getreideprodukten geworden. In Wohnungen wird er im Schutze der Falzverpackungen eingeschleppt. Der Getreideplattkäfer tritt bevorzugt an Getreidekörnern auch als Schädling am Keimling, an Getreideprodukten, Backobst sowie weiterhin an Nüssen und Rosinen auf.

Getreideplattkäfer, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Der Getreideplattkäfer hinterlässt als Schadbild keine typischen Spuren,
(c) JKI

Der Schaden entsteht offensichtlich durch Suche nach tierischer Nahrung und Befressen stärkehaltiger Getreideprodukte, wodurch es zu Masseverlusten, Qualitätsminderungen infolge Erwärmung und einer höheren Luftfeuchte an den Wärmeherden mit nachfolgender Schimmelpilzentwicklung kommt.

Unter günstigen mikroklimatischen Bedingungen in warmen Getreidepartien oder Wärmenestern vergrößert sich eine Getreideplattkäfer-Population innerhalb eines Monats um das 50-fache. Wegen der schnellen und massenhaften Entwicklung stellt er eine besondere Gefahr für die Getreidelagerei dar.

Anders als beim Kornkäfer bilden sich die sogenannten Nester überwiegend in der Nähe der Oberfläche des Lagergetreides, wohl auch wegen der dort meist höheren Temperaturen. Infolge der weit verbreiteten Belüftungskühlung, bei der winterlich kühle Luft von unten her durch die Getreideschüttung geblasen wird, reichert sich häufig Feuchtigkeit in den oberen Getreideschichten an, wenn nicht ausreichend lange belüftet und oben abgesaugt wird. Angereicherte Feuchtigkeit fördert die Befallsentwicklung.

Biologie in Kürze

Der Käfer wird durch den Seitenrand des Kopfes hinter dem Auge charakterisiert. Diese Schläfe erscheint als kleiner zahnähnlicher Vorsprung. Sie erreicht ein Drittel der Augenlänge. Der Käfer ist von der Rücken- zur Bauchseite abgeflacht, graubraun- bis rostrotbraunfarben.

Die Weibchen legen die Eier einzeln ab. Die Eier sind weiß, die Larven weiß bis schwach gelblich. Die Larven häuten sich innerhalb von zwei Wochen drei- bis fünfmal. Die ausgewachsenen Larven verpuppen sich frei oder in einem Kokon aus verklebten Teilchen des Nahrungssubstrats. Nach achttägiger Puppenruhe schlüpfen die Käfer und können bis zu drei Jahre leben. Der weltweit verbreitete Getreideplattkäfer kommt in warmen Getreidelagern zur Massenentwicklung.

Regulierungsstategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Zur Schadensabwendung ist der Zeitraum zwischen Feststellung und Bekämpfung möglichst klein zu halten.
  • Ein Käferbefall beim Anliefern von Getreide für die Lagerhaltung sollte die Warenannahme ausschließen!
  • Getreidelagerei: Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung, Absenken der Temperatur unter zehn Grad

Direkte Maßnahmen

Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz der Schlupfwespe Cephalolumia tarsales im Leerraum und/ oder Schüttgutbehandlung

Physikalische Maßnahme: Reinigung des Getreides

Chemische Maßnahmen:

  • Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff
  • Kohlendioxid unter Hochdruck
  • Kieselgur (im gesamten Schüttgut verteilen)

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

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