Kornkäfer (Sitophilus granarius)
Schadbildbeschreibung
Der Kornkäfer befällt Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Mais, Hirse, Reis, Teigwaren, Buchweizen, Mehl, Kleie, Schrot, Mandeln, Erdnüsse, Erbsen, Bohnen und Soja. Er entwickelt sich nicht in Mahlprodukten und geht nach dem Fraß an Hülsenfrüchten, Lupinen, Mandeln, Erdnüssen und Soja bald zugrunde.
Ein Weibchen legt in ein Fraßloch mit seiner Legeröhre ein Ei ab und versiegelt anschließend den Kanal wieder mit einem dichten Sekretpfropfen. In etwa drei Generationen pro Jahr entstehen bis zu 250.000 Nachkommen, was pro befruchtetem Weibchen in diesem Zeitraum einem Verlust der gleichen Anzahl Körner mit einem Gesamtgewicht von etwa sechs Kilogramm entspricht.
Das massenhaft befallene Lagergut wird muffig, Bakterien, Pilze und Milben siedeln sich an und verderben die Ware.
Biologie in Kürze
Die dunkelbraunen Käfer besitzen einen rüsselförmig verlängerten Kopf. Auf Kopf und Halsschild erkennt man Narbenpunkte, auf den Flügeldecken vertieft verlaufende punktierte Längsstreifen. Durch Zusammenwachsen der Hinterflügel ist der Kornkäfer flugunfähig, aber ein guter Läufer.
Seine Eier sind weißglänzend und oval. Die weißen, beinlosen Larven mit bräunlicher Kopfkapsel häuten sich viermal und sehen spindelförmig runzelig aus. Sie verpuppen sich nach der sechsten Häutung. Vom Ei bis zur Puppe entwickelt sich der Kornkäfer im Getreidekorn, das er dabei fast vollständig ausfrisst. Nach etwa fünf Wochen bei 25 Grad schlüpft aus einem befallenen Getreidekorn der Jungkäfer, der erst nach der Aushärtung seines Chitinskeletts die Kornhülle verlässt. Nach wenigen Tagen kann die Begattung der Weibchen erfolgen.
Die Anzahl der Nachkommen und Lebenslänge der Käfer hängen vom Nahrungsangebot und einem optimalen Mikroklima ab. Die Kältestarre tritt bei 5 Grad, die Wärmestarre bei 38,4 Grad ein. Der Kältetod erfolgt unterhalb von -10 Grad, der Wärmetod oberhalb von 40 Grad. In Weizen mit einer Kornfeuchte unter 9 Prozent vermehrt der Käfer sich nicht. Die lichtscheuen Käfer meiden die beleuchteten Oberflächen des Lagergutes.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Ein massenhafter Kornkäferbefall fällt durch herumlaufende Käfer auf, die bei schwächerem Befall durch Siebung entdeckt werden. Es sind auch spezielle Kornkäfer-Stechfallen im Handel. Mit Hilfe eines Schwemmtests, bei dem eine befallsverdächtige Körnerprobe in Wasser gelegt wird, gelingt es, befallene Körner durch den Auftrieb der miteingeschlossenen Luftblase an der Flüssigkeitsoberfläche anzusammeln und durch nachfolgenden Aufschnitt des Korns auf lebende Larven zu kontrollieren. Intakte Körner treiben nicht auf.
Mit sehr empfindlichen Mikrophonen und Verstärkern können die Fraßgeräusche der Larven in einer Getreideprobe von bis zu 10 kg entdeckt werden. Nach einfacher Feststellung von Fraßgeräuschen durch Bestechen einer Getreideladung oder Abhorchen einer Getreideprobe im Labor kann mit dem Schwemmtest weiter gezielt auf lebende Larven untersucht werden.
In der Getreidelagerei sollte auf gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung geachtete und die Temperatur unter zehn Grad abgesenkt werden.
Direkte Maßnahmen
Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz der Lager-Erzwespe
Chemische Maßnahmen:
- Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff
- Kohlendioxid unter Hochdruck
- Kieselgur (im gesamten Schüttgut verteilen)
Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

