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Mehlmilbe (Acarus siro)

 

Schadbildbeschreibung

Die Mehlmilbe ist weltweit verbreitet. Getreide und Erzeugnisse werden teilweise oder gänzlich ungenießbar. Der Keimling wird vernichtet.

Durch stärkeren Befall (ab 500 Milben pro Kilogramm Getreide) wird ein beißender süßlicher Geruch verursacht, das Lagergut wird bis zur Unbrauchbarkeit zerstört. Eine Gefahr kann von Milben ausgehen, die sich beispielsweise in Massen zwischen Papiersäcken mit Raps entwickeln und ein Zusammenstürzen ganzer Stapel verursachen können. Millionen von Milben wirken wie ein Gleitmittel und nehmen den Säcken den mechanischen Halt.

Biologie in Kürze

Vorratsschädliche Milbe, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
In den gemäßigten Klimazonen ist die Mehlmilbe wohl die bekannteste unter den Vorratsmilben,
(c) JKI

Der ovale, glänzendweiße Körper dieser Milben erreicht eine Größe von etwa 0,5 mm und wird von acht schwach violettfarbenen Beinen getragen. Das Weibchen legt bis zu 40 länglich ovale Eier ab, aus denen nach etwa einer Woche die Larven schlüpfen. Die Larve verursacht innerhalb von einer Woche einen relativ großen Fraßschaden bevor sie sich über verschiedene Nymphenstadien zur geschlechtsreifen Milbe entwickelt. Eine relative Luftfeuchte von weniger als 75 Prozent und über 85 Prozent wird von ihr gemieden. Daher befällt sie kaum frisches, wohl aber länger gelagertes Mehl und Räumlichkeiten, wo über das Futter hinaus auch die Raumfeuchte innerhalb der angegebenen Grenzen bleibt.

In Klimazonen mit warmen Sommern und kühlen Wintern und einer frostfreien Jahreszeit von mehr als 90 Tagen kann es an lagerndem Getreide, dessen Kornwassergehalt über 14 Prozent liegt, zu chronischen Vermilbungen kommen. Trockenheit und Nahrungsmangel führen zur Ausbildung von Dauernymphen (Hypopen). Ihre Ansiedlung auf Nahrungsgütern verdanken sie unter anderem auch Schlauchpilzen, die gasförmiges Ammoniak abgeben, was den Populationsaufbau noch ungepaarter Mehlmilben fördert und zur Verbreitung der Schlauchpilze beiträgt.

Die adulten Milben überleben in Wärmenestern bei Temperaturen von bis zu 50 Grad, jedoch nicht das letzte Nymphenstadium. Neben der aktiven Ausbreitung können Mehlmilben auch durch andere Tiere verschleppt werden, vorrangig durch Gliederfüßer, aber auch Fledermäuse. Während der warmen Jahreszeit beschleunigt sich die Entwicklung und führt häufig zu einem Massenbefall.

Neben den oben genannten Vorratsgütern tritt die Mehlmilbe an bevorrateter Kleie, an Graupen, Grieß, Haferflocken, Teigwaren, Fisch- und Knochenmehl, Ölfrüchten, Heilpflanzen und Trockenobst, Grassamen, Ölkuchen, Pollen von Bienenwaben, seltener an Heu und anderen getrockneten Futterpflanzen oder Einstreumaterialien auf.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Getreidelagerei: Absenken der Temperatur unter 5 Grad, Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung

Direkte Maßnahmen

Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz von Raubmilben Cheyletus eruditus

Physikalische Maßnahmen: Trocknung des Getreides unter 15 Prozent Kornfeuchte

Chemische Maßnahmen: Begasung mit Kohlendioxid

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

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