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Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes ferrugineus)

Schadbildbeschreibung

Käfer und Larven treten häufig in Getreidevorräten schädigend auf. Sie befallen zunächst hauptsächlich den Keimling und fressen an beschädigten Körnern, Mehl, Zwieback und anderen Getreideprodukten. Auch Ölfrüchte (z.B. Sonnenblumenkerne) werden befallen.

Bleibt die zügige Bekämpfung nach einem Massenbefall aus, kommt es zu Verklumpungen tief im Innern der Getreideschüttung. Solche Käfernester können mehrere Meter Durchmesser haben. Das Getreide backt betonartig zusammen und kann nicht mehr gefördert werden. Die Nester müssen mühsam ausgegraben werden, wobei sogar der Einsatz von Presslufthämmern erforderlich werden kann, um die Festlagerung zu zerkleinern.

Biologie in Kürze

Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Im Freien kann der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer unter der Rinde abgestorbener Bäume überleben,
(c) JKI

Am Kopf- und Halsschild tragen diese etwa 2 mm langen, sehr flach gebauten, rotbraunen Käfer zum Seitenrand parallel verlaufende Längslinien. Die Fühler überragen die Mitte des Körpers. Beim Weibchen sind sie etwas kürzer. Die weißen zylindrisch geformten Eier werden lose zwischen Körner abgelegt.

Die gelblich-weißen Larven haben eine spärliche Behaarung, einen braunen Kopf und ein rötlichbraunes Endsegment mit zwei hakenförmigen Fortsätzen. Die weiße Puppe bildet sich nach vierfacher Häutung der Larve in einem Kokon, der häufig in der Nähe des Keimlings eines Getreidekorns gesponnen wird. Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert im Sommer fünf Wochen und verlängert sich bei niedrigeren Temperaturen bis auf zwölf Wochen.

Bei Massenbefall bewirken die erhöhten Getreidetemperaturen eine Verkürzung der Entwicklung und es schlüpfen schon innerhalb von etwa drei Wochen Käfer der nächsten Generation. Wegen dieser schnellen Generationsfolge ist der Leistenkopfplattkäfer wie auch der Oryzaephilus surinamensis in der Getreidelagerei gefürchtet.

Regulierungssatrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Getreidelagerei: Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung, Absenken der Temperatur unter zehn Grad

Direkte Maßnahmen

Biologische Maßnahmen: Im Leerraum oder Schüttgut kann die Schlupfwespe Cephalolumia waterstoni eingesetzt werden

Physikalische Maßnahmen: Reinigung des Getreides

Chemische Maßnahmen:

  • Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstof
  • Kohlendioxid unter Hochdruck
  • Einmischen von Kieselgur in die gesamte Getreidepartie (nur Brot- und Futtergetreide)

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

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