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Speichermotte, Synonym Heu- oder Tabakmotte (Ephestia elutella)

 

Schadbildbeschreibung

Befallen werden in Lagern Getreide verschiedener Arten, Kakaokerne, Schokolade, Schokoladenprodukte, Samen, Nusskerne verschiedener Arten, Tierfutter, Trockenobst und im Freiland Stroh (Strohdächer) und Heu, was ihr auch den Namen Heumotte gegeben hat.

Das Schadbild der Speichermotten ähnelt dem der Mehlmotten. Die Larven, das einzige Fressstadium dieser Tiere, bevorzugen trockene oder getrocknete Produkte und Waren und besiedeln vorwiegend den Oberflächenbereich befallener Produkte, wohl um den schlüpfenden Falter die Möglichkeit zum leichten Abflug und eine schnelle Partnerfindung zu ermöglichen. In Fabrikations- und Verpackungsräumen, in Schokoladen- und Süßwarenfabriken aber auch durch Befall von Lebensmittelpackungen auf dem Vertriebsweg verursachen sie besonders unangenehme Schäden.

Biologie in Kürze

Speichermotte, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
In deutschen Getreidelagern sind Speichermotten die vorherrschenden Kleinschmetterlinge,
(c) JKI

Die Falter der Speichermotte haben braungraue oder blaugraue, gemusterte, leicht glänzende Vorderflügel. Diese haben helle Querbinden, sind kaum gezackt und dunkel gesäumt. Die Hinterflügel haben eine weißgraue Farbe.

Das Weibchen legt bis zu 300 Eier in die Nähe von Substrat für die schlüpfenden Larven, zum Beispiel auf Getreidekörner. Die Eier rieseln bis zu etwa fünf Zentimeter in das Getreide. Die Eier sind gelblich, längsoval und mit skulpturierter Oberfläche. Die durchscheinende Färbung der ausgewachsenen Larven hängt vom Futter ab und kann weiß, gelblich, rosafarben oder auch bräunlich sein. Die Verpuppung der Wanderlarve, dem fünften Larvenstadium, erfolgt in einem dichtgesponnenen, weißen Kokon außerhalb des Nährsubstrates. Die dunkelbraune Puppe lässt am Hinterende bei genauer Betrachtung eine Geschlechtsbestimmung zu.

Die Entwicklung zur nächsten Faltergeneration dauert im Sommer ungefähr sechs Wochen. In einem Jahr können sich in unserem Klima etwa zwei Generationen entwickeln. Der Falterflug erfolgt hauptsächlich in der wärmeren Jahreszeit zwischen Mai und September. Die im Herbst ausgewachsenen Larven überwintern und verpuppen sich im kommenden Frühjahr. Die Puppe lagert in Ritzen in ihrem Kokon.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Männliche Falter dieser Art lassen sich gezielt mit Pheromon-beköderten Klebefallen anlocken und fangen. Zusätzlich zur Früherkennung ist mit dieser Methode auch der Bekämpfungserfolg nach einer Maßnahme überprüfbar. Die regelmäßige, möglichst wöchentliche Fallenkontrolle gibt einen guten Einblick in den Aufbau einer Mottenpopulation.

In der Getreidelagerei ist auf eine gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung zu achten. Die Temperatur sollte unter zehn Grad abgesenkt werden.

Direkte Maßnahmen

Biologische Maßnahmen: Nützlingseinsatz von Trichogramma spp. und Habrobracon hebetor

Physikalische Maßnahmen: Reinigung des Getreides

Chemische Maßnahmen:

  • Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff
  • Kohlendioxid unter Hochdruck
  • Einmischen von Kieselgur in die gesamte Getreidepartie (nur Brot- und Futtergetreide)

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

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