Staubläuse, syn. Flechtlinge (Psocoptera)
Schadbildbeschreibung
Den größten Schaden richten Staubläuse nicht durch Fraß, sondern mit ihrem dunklen Kot an. Aufgrund ihrer geringe Größe sind sie in der Lage, durch die feinsten Spalten und Risse im Verpackungsmaterial in Vorräte einzuwandern.
Sind die Räume feucht genug, um ein Schimmelwachstum zuzulassen, kann es nach kurzer Zeit zu einer Massenvermehrung der Insekten kommen. Die zur Gattung der Bücherläuse zählenden Arten Liposcelis paetus und Liposcelis bostrychophila fressen kleine Löcher in die Kornhülle von Getreide und zerfressen den Mehlkörper.
Biologie in Kürze
Sie besitzen einen großen Kopf mit kugelig vortretenden Augen und langen borstenförmigen Fühlern. Geflügelte Formen besitzen noch drei Stirnaugen, welche den ungeflügelten Formen fehlen. Der Lausflechtling neigt in feuchten Kellern zur Ausbildung von Formen mit verkürzten Flügeln.
Staubläuse vermehren sich an Getreide mit hohem Wassergehalt, an feucht lagernden Vorräten sowie an schimmeligem Stroh, Heu und Pflanzenhaaren. In erster Linie stellen Pilzmycel, Sporen, Grünalgen und Flechten die Nahrung der Staubläuse dar. Die Eier werden in Gruppen bis zu 100 in Risse versenkt und mit Gespinstfäden überzogen. Staubläuse verschiedener Arten treten oft miteinander und mit Moder- und Schimmelkäfern vergesellschaftet auf.
Der Lausflechtling Lachesilla pedicularia wird besonders oft auf Weizen, Mais, Nudeln und Tabak angetroffen. Zur Gattung Lepinotus gehören drei schimmelfressende Arten, die sich auf feuchtem Getreide häufig in Massen entwickeln. Lepinotus patruelis scheint hier die häufigste Art zu sein. Die Gattung der bis zu 1,4 mm langen Bücherläuse umfasst etwa zwei Dutzend Arten. Die Bücherlaus Liposcelis divinatorius gilt als der häufigste Vorratsschädling unter den Staubläusen. Häufig tritt in Gesellschaft mit Staubläusen ein natürlicher Feind, der räuberischer Bücherskorpion auf, der ihnen nachstellt.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Das massenhafte Auftreten von Staubläusen ist an feuchte Vorräte und eine häufig auftretende Schimmelbildung gekoppelt. Eine Bekämpfung dieser Tiere setzt überwiegend auf eine Verbesserung der Lagerbedingungen voraus. In Vorräten und Räumen muss durch Lüftung und Trocknung die relative Luftfeuchte soweit reduziert werden, dass die Tiere nicht überleben können. Für die Bücherläuse liegt der kritische Punkt bereits bei 65 Prozent relativer Feuchte.
Getreidelagerei: Gründliche Reinigung der Lagerstellen vor Neueinlagerung, Absenken der Temperatur unter zehn Grad.
Direkte Maßnahmen
Physikalische Maßnahmen:
- Reinigung des Getreides
- Trocknung des Getreides
Chemische Maßnahmen:
- Begasung mit Kohlendioxid oder Stickstoff
- Kohlendioxid unter Hochdruck
- Kieselgur (im gesamten Schüttgut verteilen)
Letzte Aktualisierung: 24.11.2010

