Begrünungsmanagement im ökologischen Weinbau

- Ein artenreicher Begrünungsbestand hat viele positive Effekte.
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Grundlage der weinbaulichen Produktion sind Erhalt und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit eines Standortes. Diese beruht auf einem positiven Zusammenwirken von Bodenleben, Bodensubstanz, Humusgehalt, Bodenstruktur, Bodenwasserhaushalt und Pflanzenwuchs. Die Begrünung ist dabei eines der wesentlichen Elemente der ökologischen Bodenpflege.
Die Begrünung (Teilzeit- und/ oder Dauerbegrünung) als Ersatz einer Fruchtfolge in der Dauerkultur Rebe soll neben den bekannten Funktionen wie Erosionsschutz, Bodenbedeckung und Pufferung des Befahrdruckes zusätzliche Aufgaben erfüllen:
- Die Verbesserung der Bodenstruktur und der Wasserhaltekraft durch eine ganzjährige Durchwurzelung und Lebendverbauung.
- Ein ausreichendes Nahrungsangebot für das Bodenleben (Regenwürmer, Mikroorganismen) als Basis für eine hohe biologische Aktivität und Nährstoffdynamik.
- Eine gleichmäßigere, an das Wachstum der Rebe angepasste Nährstoffnachlieferung durch gezielte Mulchwirtschaft und Einsaat von Leguminosen und Kräutern.
- Die Förderung und Stabilisierung der Fauna im Ökosystem Weinberg (Laubwand und Begrünung) durch eine alternierende Mulch- oder Mähwirtschaft zur Blütenbildung der Begrünungspflanzen.
Die vielfach als Einstieg in die Begrünung angesehene "natürliche Begrünung" sowie die reine Einsaat von Gräsern ("Begrasung") können den genannten Forderungen nicht oder nur teilweise gerecht werden. Eine Begrünung sollte sich daher aus einer Vielzahl verschiedener Pflanzen zusammensetzen.
Da die Vielfalt der Pflanzengesellschaft von großer Bedeutung ist, sollte grundsätzlich mit Begrünungsmischungen gearbeitet werden. Die Wahl der Gemenge zur Einsaat ist abhängig von der Dauer der Begrünung (einjährig, mehrjährig), von den Bodenverhältnissen, der Bodenmächtigkeit, dem pH-Wert und dem Humusgehalt, der Jahreszeit der Einsaat sowie der Technik der Bearbeitung. Bei der Zusammensetzung von standortgerechten Gemengesaaten ist zu beachten, dass:
- die Mischung mindestens zwei verschiedene Leguminosenarten, diverse Kräuter und Grasarten enthalten soll,
- die Auswahl der Begrünungspflanzen sowohl Schnellkeimer wie auch Langsamkeimer sowie mittelhohe und höher wachsende Pflanzen zu berücksichtigen hat,
- wenigstens die Hälfte der Pflanzen Tiefwurzler sind,
- die Zusammensetzung sich nach der Nutzungsdauer und dem Standort richtet,
- und die Saatstärke an der unteren Grenze liegen sollte, damit sich die ortsüblichen Wildkräuter einfinden und mit der Begrünung heranwachsen können.
Literatur
- HOFMANN, U. (2000): Cover Crop Management in Organic Viticulture. Grape Press, United Kingdom Vinyards Association, S. 23-30
- HOFMANN, U. (1995): Auswirkungen der Begrünungspflege auf den Nützlingsbesatz im Weinberg. In: Ökologie & Landbau, Heft 95, S. 51-53
- HOFMANN, U. (1992) : Erkenntnisse und Anforderungen an eine Begrünung für den ökologischen Weinbau. In: Tagungsband IX. Internationales Kolloquium "Begrünung im Weinbau" , Bad-Kreuznach, S. 199-206
- HOFMANN, U. (1993): Begrünung im ökologischen Weinbau. In: Deutsches Weinmagazin 1 (25/26), S. 26-28
- PREUSCHEN, BERNATH (1983): Die Kunst der Gründüngung. Leopold Stocker Verlag. ISBN: 3-7020-0462-9
- RIEDEL et al. (2003): Begrünungsmanagement - Grün ist nicht gleich Grün. In: Das Deutsche Weinmagazin, Heft 4 /2003, S. 18-21
Letzte Aktualisierung: 05.12.2011
