Begrünungspflege

- Mit dieser Kombination kann man mulchen und den Unterstock bearbeiten.
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In der Praxis des ökologischen Weinbaus hat sich bei einer ganzflächigen Begrünung eine alternierende Mulch- bzw. Mähwirtschaft bewährt: Es wird nur jede zweite Zeile gemulcht, während in der anderen Zeile der Begrünungsaufwuchs zum Blühen und zur Samenbildung kommt. Die Samenbildung hat den Vorteil, dass sich die artenreichen Bestände immer wieder regenerieren können und nicht langsam in ihrer Zusammensetzung verarmen.
Zur Unterdrückung einer Wasserkonkurrenz bzw. zur Niederhaltung des blühenden Aufwuchses kann dieser mehrmals gewalzt werden. Ein Walzen der Begrünung macht allerdings nur bei krautigen Pflanzen Sinn. Gräser lassen sich nicht oder nur ungenügend mit dieser Methode im Wuchs regulieren. Die alternierende Wirtschaftsweise bietet sich auch im ersten Jahr nach der Einsaat an, damit sich die Pflanzen kräftig entwickeln können und somit über mehrere Jahre einen geschlossenen Begrünungsbestand bilden.
Zur Schnitttechnik ist generell festzuhalten, dass zur Pflege eines artenreichen Bestandes dieser nur in einer Höhe von maximal 15 bis 20 Zentimeter einzukürzen ist. Viele der eingesäten Pflanzen haben einen erhöhten Vegetationskegel, der bei zu niedriger Bearbeitung verletzt wird. Dies führt langfristig zu einer Verarmung bzw. einer Vergrasung des Begrünungsbestandes. Auch ein zu häufiges Mulchen führt langfristig zu einer artenarmen Begrünung. Zwischenzeitliches Walzen oder Mähen kann hier von Vorteil sein, dies bietet sich insbesondere bei einer die Bodenfruchtbarkeit aufbauenden Begrünungsstrategie an.
Muss wegen Trockenheit die Begrünung in einer Zeile umgebrochen werden so sollte dies mit stechenden Werkzeugen (Spatenmaschine) im Zeitraum von März bis April geschehen, ebenso wie die Einarbeitung der Winterbegrünung. Soll die Begrünung nur kurzfristig in ihrem Wuchs gestört werden, ist ein Unterfahren mit Lockerungsgeräten angebracht (Schichtengrubber mit angehängter Walze, Parapflug, Unterbodenlockerer).
Soll eine stärkere Unterbrechung erfolgen, so kann mit der Scheibenegge eine Bodenbearbeitung vorgenommen werden. Je nach Bewuchsstärke wird die Begrünungsnarbe mehr oder weniger stark zerstört. Es erfolgt keine Einarbeitung, der Boden bleibt in seiner Tragfähigkeit erhalten, eine mögliche Wasserkonkurrenz zwischen Begrünung und Rebe wird zugunsten der Rebe unterbunden. Gleichzeitig kann eine Übersaat mit verschiedenen Pflanzen (Winterwicke, Weißklee, Schwedenklee, Senf) erfolgen.
Letzte Aktualisierung: 05.12.2011
