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Wichtige Begrünungspflanzen

 
Ausgegrabene Wickenwurzel mit intensiver Wurzel- und Knöllchenbildung
Leguminosen - wie hier die Wicke - durchwurzeln den Boden stark und binden mit Hilfe der Knöllchenbakterien Luftstickstoff.
(c) Eco-Consult

Die intensivste Durchwurzelung und Anregung des Bodenlebens bewirken die Leguminosen, also Wicken, Erbsen, Klee-Arten, Luzerne usw.. Deshalb dürfen sie in keinem Gemenge fehlen - nebenbei binden sie auch noch Stickstoff aus der Luft. Eine der wichtigsten Pflanzen, besonders bei der Umstellung der Böden, ist die Winterwicke. Sie erzeugt durch schnelles, kräftiges Wurzelwachstum auch bei niedrigen Temperaturen im Winter sogar in vorher kaum belebten Bodenzonen reiche Krümelstrukturen und begünstigt das Bodenleben.

Kreuzblütler können zwar (in geringer Menge beigemischt) einen guten Auflaufschutz bieten, neigen aber zur Verdrängung anderer Gemengepartner und bilden meist nur eine dicke Pfahlwurzel mit wenig Feinwurzeln. Bei einem Nematodenbefall können Senf, Raps aber auch Ölrettich zur biologischen Bekämpfung als "Bodenentseucher" eingesetzt werden.

Gräser dagegen bilden zwar zahlreiche Feinwurzeln, allerdings meist nur in den obersten Zentimetern - sie können auf Dauer die für Wachstumsvorgänge wichtige Mittelkrume nicht stabilisieren. Um eine gute Befahrbarkeit des Bodens zu sichern und einige Mulchdurchgänge zu überstehen, sind jedoch Anteile von Gräsern im Gemenge sehr sinnvoll. Dies gilt insbesondere in direktzugfähigen Steillagen. Ziel einer ökologischen Begrünungspflege muss aber die Verhinderung der "Begrasung" sein.

Die Ergänzung der Gemenge durch standortgemäße Kräuter kann durch Beigabe von Kräutermischungen beschleunigt werden.

Bodenaufbau

Zum Aufbau der Bodengare dienen in erster Linie sogenannte Meliorationsgemenge, die sich aus einjährigen, max. zweijährigen Pflanzen zusammensetzen. Besonders wichtig ist hierbei, dass "Wurzelaktivisten" mit in die Begrünungsmischung aufgenommen werden, die die Fähigkeit zu zügigem Tiefenwachstum haben sowie in der Lage sind, sich in ungaren Bodenverhältnissen entwickeln zu können.

Beispiele von Meliorationsgemengen:

  • Reine Sommerbegrünung:
    • Sommerwicken (20 kg/ ha)
    • Platterbsen (20 kg/ ha)
    • Phacelia (1 kg/ ha)
    • Buchweizen (15 kg/ ha)
    • Alexandrinerklee (5 kg/ ha)
  • Winterbegrünung (I):
    • Wintererbsen (60 kg/ ha)
    • Winterwicken (30 kg/ ha)
    • Winterroggen (60 kg/ ha)
  • Winterbegrünung (II):
    • Winterwicken (60 kg/ ha)
    • Inkarnatklee (10 kg/ ha)
    • Winterraps (10 kg/ ha)
  • Brachebegrünung:
    • Winterwicken (20 kg/ ha)
    • Steinklee (15 kg/ ha)
    • Sonnenblumen (10 kg/ ha)
    • Phacelia (1 kg/ ha)
    • Ölrettich (20 kg/ ha)

Ist die natürliche Bodenfruchtbarkeit aufgebaut bzw. soll diese stabilisiert werden, bieten sich mehrjährige Gemenge an, die auf Artenvielfalt, Tiefenwachstum und oberirdische Massebildung bzw. Blütenbildung angelegt sind.

Beispiele mehrjähriger Gemenge:

  • Begrünungsgemenge der Fa. Schoell-Saaten,
    Wolff-Mischung (Aussaatmenge 40 kg/ ha):
    • Alexandrinerklee 7,5 %
    • Steinklee 7,5 %
    • Esparsette 20,0 %
    • Gelbklee 5,0 %
    • Inkarnatklee 7,5 %
    • Luzerne 7,5 %
    • Perserklee 2,5 %
    • Schwedenklee 2,5 %
    • Winterwicke 25,0 %
    • Bienenweidemischnung 5,0 %
    • Gewürzfuttermischung 5,0 %
  • Begrünungsgemenge der Fa. Freudenberger-Saaten
    (Aussaatmenge 30 kg/ha):
    • Rotklee 10,0 %
    • Weißklee 13,0 %
    • Perserklee 10,0 %
    • Esparsette 10,0 %
    • Gelbklee 7,0 %
    • Luzerne 10,0 %
    • Hornschotenklee 10,0 %
    • Wiesenrispe 3,0 %
    • Lieschgras 10,0 %
    • Deutsches Weidelgras 7,0 %
    • Rotschwingel 3,0 %
    • Wildkräutergemenge 7,0 %

Als Übergangsform von dem Meliorationsgemenge zu mehrjährigen Begrünungsmischungen ist das Umbaugemenge anzuführen. Die Umbaugemenge setzen sich aus einsömmrigen, abfrierenden und mehrjährigen Pflanzen zusammen. Der Vorteil dieser Mischungen ist der rasche Aufgang der einsömmrigen Pflanzen, der damit verbundene rasche Bedeckungsgrad und die Wurzelbildung sowie die verstärkte Nährstofffestlegung durch oberirdische Massebildung noch im Herbst der Einsaat.

Eine Nährstofffestlegung und damit eine Verminderung der Auswaschung wird insbesondere nach Umbruch einer bestehenden langjährigen Begrünung im Frühjahr und mechanischer Bearbeitung über Sommer notwendig, wenn nach Abschluss des Rebwachstums noch große Mengen an Nitrat im Boden vorhanden sind. Eine schnellwachsende Begrünung, insbesondere Ölrettich und Phacelia können hier zu einer deutlichen Festlegung von Nitrat in der organischen Masse beitragen.

Letzte Aktualisierung: 05.12.2011

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