Vermarktungsinitiativen im Öko-Weinbau

- Die BioFach in Nürnberg, weltgrößte Messe für Naturkost und Naturwaren, bietet die Möglichkeit, neue Kundenkreise zu erschließen.
(c) Eco-Consult
Derzeit steigt die Nachfrage nach Wein aus ökologisch erzeugten Trauben insbesondere im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) stetig an. Der einzelne Winzer ist kaum in der Lage, diese Nachfrage zu befriedigen, da vom Handel einheitlich große Partien gefordert werden.
Nach wie vor werden etwa 80 Prozent der in Deutschland hergestellten Weine aus ökologisch erzeugten Trauben über die Direktvermarktung oder über den spezialisierten Öko-Fachhandel vermarktet.
In den neunziger Jahren begannen insbesondere in Baden-Württemberg und Franken einzelne Genossenschaften mit der Verarbeitung und Vermarktung von Wein aus ökologisch erzeugten Trauben. Zur damaligen Zeit war die Nachfrage allgemein und speziell der LEH als Abnehmer noch sehr zurückhaltend. So konnten manche gute und erfolgversprechende Initiativen nicht fortgeführt werden. Die Genossenschaften, die dennoch durchhielten, haben heute oft eine ausgezeichnete Marktposition und können ihre Weine zu guten Preisen vermarkten. Doch Genossenschaften sind feste Strukturen und nur wer Mitglied ist, kann seine Trauben dort abliefern und bekommt den entsprechenden Öko-Zuschlag.
Neben den Genossenschaften haben sich Erzeugergemeinschaften (EZG) gebildet sowie Handelskellereien für Weine aus ökologisch erzeugten Trauben geöffnet.
Die EZG Osthofen etwa ist ein Zusammenschluss von Winzern der Anbaugebiete Rheinhessen, Rheinpfalz und Nahe. Mitglied in der EZG kann jeder ökologisch arbeitende Winzer der Region werden, der einem anerkannten Bio-Verband angehört. Die EZG hat eine "Mitgliedsfläche" von über 100 Hektar und ist nach dem Marktstrukturgesetz anerkannt. Sie nimmt Trauben, vorgeklärten Most und Fasswein an. Die Vermarktung erfolgt über das Öko-Weinkontor am Goldberg. Die Weine stehen sowohl im LEH als auch im Öko-Fachhandel. Daneben werden auch Weine aus ökologisch erzeugten Trauben speziell für den Export nach England oder Skandinavien im Auftrag größerer Exportkellereien verarbeitet.
Ansprechpartner bei der EZG Osthofen sind Helmut Kraus vom Öko-Weinkontor Haus am Goldberg sowie Burkhard Schnell-Guntersblum als Vorsitzender der EZG. Über Burkhard Schnell wird zusätzlich die Fassweinbörse abgewickelt. Hier werden Anbieter und Nachfrager von Fasswein zusammengebracht. Die Fassweinbörse wird in erster Linie von gut vermarktenden Weinbaubetrieben genutzt, um ihr Angebotssortiment zu vervollständigen.
Die Weinkellerei Mertes in Bernkastel-Kues hat seit einigen Jahren ebenfalls eine erfolgreiche Weinschiene mit Weinen aus ökologisch erzeugten Trauben unter dem ECOVIN-Label im Markt platzieren können. Die Kellerei bezieht nur Fasswein von Verbandsmitgliedern. Beschränkungen in der Menge, Sorte oder Anbaugebiet gibt es nicht. Die angebotenen Weine müssen nach Menge, Qualität und Preis in das System der Mertes-Kunden passen. Ziel ist es, den LEH sowie die großen Discounter mit guter Qualität zu einem vernünftigen Preis zu bedienen.
Die Auszahlungspreise für Weine aus ökologisch erzeugten Trauben sind einer dynamischen Entwicklung unterworfen und richten sich nach Menge, Sorte und Nachfragesituation. Die über dem Angebot liegende Nachfrage ermöglicht zur Zeit auch bessere Auszahlungspreise. Ansprechpartner bei der Firma Mertes für den Einkauf von Wein aus ökologisch erzeugten Trauben ist Rudolf Trossen.
Kontakt:
- EZG Osthofen
- Helmut Kraus, E-Mail: info@haus-am-goldberg.de
- Burkhard Schnell-Guntersblum, Tel. +49 6249 905044
- Weinkellerei Mertes
- Rudolf Trossen, E-Mail: oekoweingut.trossen@web.de
Letzte Aktualisierung: 05.12.2011
