Tipps zur Austriebsspritzung
Voraussetzung für eine zufriedenstellende Wirksamkeit ist bei allen Pflanzenschutz-Maßnahmen eine sachgerechte Applikation. Dazu gehört das Befahren jeder Rebgasse ab der Rebblüte, eine Fahrgeschwindigkeit bis maximal 6,5 km/ h und eine der Laubwand angepasste Wassermenge von 400 bis 800 l/ ha. Bei den Austriebsbehandlungen ist mit einer Wassermenge von 400 l/ ha eine vollständige Benetzung der Pflanze vorzunehmen.
Phomopsis (Schwarzfleckenkrankheit)
Insbesondere dort, wo Schadbildsymptome am Holz sichtbar sind, darf die Bekämpfung dieser Krankheit nicht vernachlässigt werden - zumal im Vorjahr gesetzte Infektionen den Befallsdruck im Frühjahr erhöhen. Der Befallsdruck verstärkt sich bei feuchter Witterung. In gefährdeten Anlagen (Vorjahresbefall) ist die erste Behandlung mit 1 % Schwefel + 1,5 l Wasserglas in ES 09 (Knospenaufbruch, grüne Triebspitzen deutlich sichtbar) auszuführen. Voraussetzung für eine Infektion ist Feuchtigkeit. Bei längerer Trockenheit ist die Spritzung erst vor Wetterumschwung durchzuführen.
ESCA
In vielen Anlagen ist diese holzzerstörende Krankheit stark verbreitet. Beim Rückschnitt auf dem Stamm bzw. bei größeren Wunden sollte ein Wundverschlussmittel eingesetzt werden. Zum Wundverschluss kann auch eine einmalige Applikation mit 2 % Kupferpräparaten und 2 l Wasserglas eingesetzt werden (Applikation mit der Rückenspritze bei 25 l/ ha).
Roter Brenner
In Anlagen mit Vorjahresbefall ist eine Bekämpfung erforderlich. Auch hier ist der Befallsdruck von der Witterung abhängig. Wie bei der Phomopsisbekämpfung ist es sinnvoll, erst kurz vor zu erwartenden Niederschlägen zu spritzen. Es wird empfohlen die erste Behandlung im drei bis fünf Blattstadium mit Myco-Sin VIN 0,5 % oder Kupferpräparaten (100 g Cu/ ha) durchzuführen. Daran anschließend ist allerdings ein lückenloser Schutz bis zum Beginn der Peronosporaspritzungen zu gewährleisten.
Oidium
Eine vorbeugende und sachgerechte Bekämpfung wird bei Vorjahresbefall ab ES 9 (Knospenaufbruch) sowie 13 (drei Blätter entfaltet) notwendig. Der weitere Verlauf der Bekämpfungsmaßnahmen hat sich nach der Wirkungsdauer der eingesetzten Mittel in Abhängigkeit vom Befallsdruck zu richten. Dabei ist Oidium grundsätzlich vorbeugend zu behandeln, um den Aufbau eines Mycels (Pilzgeflecht) zu verhindern. Bei den Austriebsspritzungen sollte Netzschwefel 1 % + 1,5 l Wasserglas (Kiesel Flüssig) verwendet werden.
Blattgallmilben, Kräuselmilben, Spinnmilben
Wo im vergangenen Jahr Befall festgestellt wurde, ist eine erste Bekämpfung mit Netzschwefel 1- 1,5 % + 2 l Wasserglas und einem Wasseraufwand von 400 l/ ha notwendig. Der erste und wirkungsvollste Bekämpfungszeitpunkt liegt bei ES 01 (Beginn des Knospenschwellens). Die Behandlungen sind bis Blütebeginn fortzuführen. Alternativ kann auch eine Behandlung mit Rapsöl 1 - 2 % erfolgen. Mit dieser Behandlung werden auch andere auf der Rebe sich ansiedelnde Schädlinge wie Zikaden erfasst.
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Letzte Aktualisierung: 05.12.2011
