Pilzwiderstandsfähige Sorten ("Piwis")

- Regent, die zurzeit am weitesten verbreitete Piwi-Sorte in Deutschland, trifft den Geschmack der Verbraucher.
(c) Eco-Consult
Zum Rebsortiment der Ökowinzer gehören in erster Linie die traditionellen Rebsorten, wobei in verstärktem Maß auf den richtigen Standort für die jeweilige Sorte geachtet werden muss. Die Sortenwahl hat entscheidenden Einfluss auf später notwendige Pflanzenschutzmaßnahmen und damit auf arbeits- und betriebswirtschaftliche Ergebnisse.
Folgende Kriterien sind neben der Standorteignung von Bedeutung:
- Ertrags- und Qualitätsleistung
- Weinqualität
- Marktakzeptanz
- Widerstandskraft gegen die Pilzkrankheiten Falscher und Echter Mehltau
Alle traditionellen Rebsorten weisen eine mehr oder minder hohe Anfälligkeit gegen Mehltaukrankheiten auf. Ihr Anbau ist mit einem entsprechend hohen Arbeitsaufwand und Ertragsrisiko verbunden. Aufgrund ihrer größeren Widerstandskraft empfehlen sich für viele Standorte pilzwiderstandsfähige Sorten als Ergänzung des klassischen Sortenspiegels.
Pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen ("Piwis")
Der Begriff "pilzwiderstandsfähig" steht für eine durch klassische Kreuzungszüchtung erreichte Widerstandsfähigkeit gegen Echten und Falschen Mehltau, die in Abhängigkeit von Sorte, Standort und Infektionsdruck verschieden stark ausgeprägt ist. Das bedeutet für die Praxis, dass keine oder maximal zwei bis drei Pflanzenschutz-Maßnahmen notwendig sind.
Die Vorteile:
- Arbeitszeiteinsparung wegen Wegfall von Pflanzenschutzmaßnahmen
- Arbeitserleichterung in schwer mechanisierbaren Lagen
- Reduzierte Zahl an Überfahrten vermindert Bodenverdichtung
- Besseres Begrünungsmanagement und ungestörtere Entwicklung von Nützlingen
- Kosteneinsparung
Die Herausforderungen:
- Pionierarbeit und Kreativität gefragt in Anbau, Ausbau und Vermarktung
- Qualitätspotential der Weine wird aufgrund geringer Erfahrungen in der Vinifikation noch nicht voll ausgeschöpft
- Verkauf von Weinen mit unbekannten Namen und anderem Geschmacksbild verlangt mehr Aufklärung
Piwis stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Die bereits klassifizierten Sorten zeigen, dass sie anbautechnisch und qualitativ mit traditionellen Sorten mithalten können. Weitere Neuzüchtungen sind bei den Züchtern vorhanden und müssen nun in der Praxis auf ihr Potenzial geprüft werden.
Internationale Arbeitsgemeinschaft zur Förderung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten
Die Arbeitsgemeinschaft sammelt Daten und Erfahrungen zu pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, fördert deren Verbreitung und legt gezielt Versuchsflächen an. Vor allem Praktiker, die mit diesen Sorten arbeiten (möchten), sollen durch die Arbeitsgemeinschaft unterstützt und mit allen zur Verfügung stehenden Informationen versorgt werden. Das internationale Informations-Netzwerk dient dem Austausch von wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Piwis. Mit Tagungen und regionalen Arbeitskreisen werden Weinbaupraxis, Wissenschaft und Beratung angesprochen.
Weitere Informationen:
Letzte Aktualisierung: 05.12.2011
