Erden und Substrate, Bodenpflege und Nährstoffversorgung

- Kulturen in Cocopots besitzen ein sehr gutes Wurzelbild und wachsen im Beet zügig an. Allerdings müssen sie mehr gegossen und früher nachgedüngt werden.
(c) Vinken
Bestmögliche Substrate und Düngemittel bilden neben geeigneter Sortenwahl und vorausschauender Kulturführung die Grundlage für erfolgreiches Biogärtnern.
Substrate
Waren bis Ende der 90er Jahre fast ausschließlich Presstopfsubstrate für die Gemüse-Jungpflanzenanzucht im Angebot, entwickeln heute alle namhaften Hersteller torfreduzierte, rein organisch aufgedüngte Substrate mit einer Vielzahl torf-ersetzender Zuschlagstoffe. Die Richtlinien limitieren den Torfgehalt eines Ökosubstrates auf maximal 50 Volumen-Prozent.
Nicht wenige Anbieter haben praxistaugliche Containersubstrate ganz ohne Torfanteil entwickelt. Kokos- und Holzfasern, Flachs, Schilf, Reisspelz sowie gütegesicherte Grünkomposte und Rindenprodukte ergeben in unterschiedlicher Fraktur und Mixtur Mischungen für unterschiedliche Kulturansprüche wie auch für verschiedene Arten der Bewässerung.
Düngemittel
Zugelassene organische Stickstoff-Dünger sind unter anderem Horn aus nachgewiesen BSE-freien Herkünften, Schweineborsten, Malzkeim- und Vinassepräparate, granulierte Pilzmasse sowie Neem-Produkte. Leguminosen- und Rapsschrot werden von flächenintensiven Baumschulbetrieben eingesetzt, diese arbeiten außerdem erfolgreich mit einer Rotation von Anbau und Gründüngungs-Brachen. Im Freiland-Schnittblumen-Anbau wird Mist bzw. Mistkompost eingesetzt.
Als Haupt - und Spurennährelementen stehen Kalke, Stickstoff-Dünger, Rohphosphate und Kalisalze sowie eine Vielzahl von organischen Mehrnährstoffdüngern und Pflanzenstärkungsmitteln im Handel bereit. Vor ihrem Einsatz ist bei manchen Düngestoffen die Genehmigung der Kontrollstelle einzuholen.
Für die flüssige Nachdüngung sind zwar mehrere Vinasse- und Tresterprodukte zugelassen, doch verlangt ihre Wirkungsweise mehr spezielles Wissen und Geduld als manchem Gärtner lieb ist. Hier stößt der Bioanbau an selbstauferlegte Grenzen.
Gegenüber mineralischen Depotdüngern oder einer computergesteuerten Flüssigdüngung bleiben organische Dünger in ihrer Steuerbarkeit zurück. Problematisch sind in erster Linie schwankende Stickstoff-Gehalte und die fehlende Langzeitwirkung, aber auch möglicherweise überhöhte Salzfrachten.
Hinzu kommen witterungsabhängige Schwankungen in der Nährstoff-Freisetzung aus organischer Substanz. Entscheidend für den Kulturerfolg ist eine gute Pufferkapazität des Substrates. Hersteller und Lieferanten zeigen sich hier behilflich bei notwendigen Probenahmen.
Beispiel: Organische Düngung bei Poinsettien und Primeln
An der gartenbaulichen Lehr- und Versuchsanstalt Heidelberg wurden 2006 zwei Versuche zur organischen Düngung bei Poinsettien und Primeln durchgeführt. Als organischer Flüssigdünger kam Organic Plant Feed (OPF) zum Einsatz, eine weitere Variante wurde komplett mit Horn versorgt. Eine Komplettbevoratung über verschiedene Hornfraktionen ist demnach nur bedingt zu empfehlen. Je nach Witterung kann die Mineralisation der Horndünger in den verschiedenen Kulturabschnitten recht unterschiedlich ausfallen und ist somit nur schwer kalkulierbar. Die organische Flüssigdüngung mit OPF führte sowohl im Poinsettien- als auch im Primelversuch zu guten Qualitäten.
Näheres zum Projekt:
Organische Düngung von Topfkulturen - Poinsettien und Primeln im Versuch
Aus der Forschung - für die Praxis
Einsatz von Komposten und arbuskulären Mykorrhizapilzen bei der Jungpflanzenanzucht
Wie sich unterschiedliche Kompostanteile und arbuskuläre Mykorrhizapilze in Substraten bei der Jungpflanzenanzucht von Gemüse- und Zierpflanzen auswirken, haben Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen in einem Verbundprojekt des Bundesprogramms Ökologischer Landbau untersucht. Als Ergebnis wurde unter anderm ein Merkblatt zur Kompostanwendung in Substraten erstellt, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 05.12.2011
