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Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau

 
Biene an violetter Blüte
Pflanzenvielfalt schafft die Grundlage für Nahrungsketten und für einen natürlichen Nützlingsbesatz im Betrieb.
(c) Vinken

Biogärtner streben ein gesundes Produkt von hoher innerer und äußerer Qualität an. Neben guter Optik sind die Haltbarkeit in Topf oder Vase sowie das sichere  Anwachsen im Garten wichtige Qualitätskriterien und nachhaltige Kauf-Argumente.

Monokulturen dürften in den seltensten Fällen der Neigung eines Gärtners entsprechen. Sie sind meist das Ergebnis betriebswirtschaftlicher Zwänge und prägen das Bild vieler Zierpflanzenbau-Betriebe, bringen aber auch die Gefahr von Resistenzbrüchen und epidemisch ausbrechenden Krankheiten mit sich. Der vorbeugende Pflanzenschutz beginnt im Bioanbau demnach bereits damit, Vielfalt wieder einzuführen: Vielfalt der Kulturen, Vielfalt der Nützlinge, Vielfalt der Aktions- und der Reaktionsmöglichkeiten.

Die Richtlinien verbieten den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel. Somit kann der Biogärtner bei einem Schädlingsbefall oder ersten Anzeichen einer Pilzinfektion nicht mehr auf ihm eventuell vertraute konventionelle Wirkstoffe zurückgreifen.

Welche Schädlinge und Krankheiten treten tatsächlich auf?

Trauermückenlarven finden sich häufig in der Substratlieferung. Sie sind mittels Nematoden-Einsatz bei rechtzeitiger und kontinuierlicher Anwendung gut kontrollierbar.

Läuse treten auf, sind aber in der Regel auf Fehler in der Kulturführung zurückzuführen. Durch Licht- oder Wassermangel gestresste Pflanzen sind besonders anfällig. Andere beißende und saugende Insekten bereiten - bis auf Zikaden - nicht wirklich Probleme,  bodenbürtige Pilze und Nematoden schon eher. Hier unterbricht der regelmäßige Flächenwechsel die Wirtsketten und Lebenszyklen, eine Flächenentseuchung ist im ökologischen Anbau nicht gestattet. Topfsubstrate können gedämpft werden.

Bei vergleichsweise hohen Quadratmeter-Erträgen im Zierpflanzenbau rechnen sich auch aufwändigere Verfahren. Der Einsatz von (Heisswasser)-Dämpfhauben ist nach Genehmigung durch die Kontrollstelle im Bedarfsfall gestattet.

Gegen bodenbürtige Pilze werden erfolgversprechend Antagonisten getestet, darunter Trichoderma und Mykorrhiza-Pilze sowie antiphytopathogene Bakterienstämme.

Wenn der Biogärtner trotz aller Kenntnis nicht mehr weiter weiß, kann er auf ein Netz von Kontaktadressen aus Kammer- und Verbandsberatung sowie Lehr- und Versuchsanstalten zurückgreifen. Auch kommerzielle Anbieter von Nützlingen und Pflanzenstärkungsmitteln bieten vielseitige Serviceleistungen. "Bio ja, Läuse nein!" Gerade beim Thema Schädlingsbefall sind die Toleranzen der Kundschaft eng. Während im Bestand ein gewisser Befallsdruck toleriert werden kann, über Winter zur Ernährung von Schlupfwespen gar eine offene "Blattlaus-Zucht" empfohlen wird, sollte zum Verkaufstermin auch an Bioware kein Schädling mitgeliefert werden.

Aus der Forschung - für die Praxis:

Pflanzenstärkungsmittel im Zierpflanzenbau

Pflanzenstärkungsmittel zählen zu den wichtigsten Maßnahmen, um Pflanzen vor Schadorganismen zu schützen. Bei der Beurteilung und Auswahl geeigneter Mittel hilft eine ausführliche Broschüre der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesprogramms Ökologischer Landbau erarbeitet wurde. Dabei wurden eigene Versuche ausgewertet, aber auch Erfahrungen aus Praxis, Beratung und Forschung berücksichtigt.

Näheres zum Projekt:

Letzte Aktualisierung: 05.12.2011

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