Zwischenfrüchte

- Zwischenfrüchte wie Ölrettich-Senf-Gemenge haben vielfältige positive Wirkungen.
Foto: FiBL
Zwischenfrüchte haben im ökologischen Landbau eine besondere Bedeutung: Sie erhalten und verbessern die Bodenfruchtbarkeit, fördern den Ertrag der Nachfolgefrucht und schützen den Boden durch Bewuchs.
Ideal ist der Zwischenfruchtanbau für Standorte mit langer Vegetationszeit vor oder nach der Hauptkultur. Nutzen kann der Landwirt sie als Futtermittel oder zur Gründüngung. Außerdem konservieren sie Nährstoffe im Boden.
Sommerzwischenfrüchte baut der Landwirt nach der Hauptfrucht an. Mit ihnen kann man die Vegetationszeit bis zur Winterruhe in Form von Gründüngung ausnutzen. Vor Eintritt des Winters werden die Zwischenfrüchte abgeerntet oder frieren bei Frost ab.
Winterzwischenfrüchte sind winterhart und bleiben bis zum nächsten Frühjahr stehen. Landwirte nutzen sie als Feldfutter oder zur Gründüngung. Welche Pflanzenarten für die Gründüngung ausgewählt werden, hängt vom Anbauziel ab.
Die Aussaat der Sommerzwischenfrüchte sollte möglichst früh erfolgen, damit genügend Wachstumszeit bis zum Räumen für die Hauptkultur bleibt. Möglichkeiten hierzu bieten direkt am Schneidtisch angebrachte Sävorrichtungen, die bereits während des Druschvorganges die Zwischenfrucht ausbringen.
Ebenfalls ist zu überlegen (je nach Folgekultur und Verunkrautung), ob nicht auf die Stoppelbearbeitung verzichtet wird, um durch Einsaat mit Scheibenscharen eine möglichst lange Vegetationsdauer der Zwischenfrüchte zu gewährleisten.
Folgen auf die Zwischenfrucht Kulturen wie Mais, Gemüse oder Steckrüben ist eine späte Saat allerdings unproblematisch, da diese Kulturen ihr Hauptwachstum erst im folgenden Frühjahr vollziehen. Zu beachten beim Anbau von Zwischenfrüchten ist die Wasserkonkurrenz mit der Nachfrucht.
Ziele des Anbaus von Zwischenfrüchten:
- Erzeugung von Futter
- Begrünung in vegetationsfreier Zeit
- Produktion organischer Substanz
- Stickstoffakkumulation
- Bodenbedeckung
- Bodenlockerung und -krümelung
- Nährstoffkonservierung
- Produktive Verwertung von Niederschlägen
- Unkraut-, Schädlings- und Krankheitskontrolle
Unerwünschte Nebenwirkungen bei nicht sachgemäßem Zwischenfruchtanbau:
- Unrentable Futtererzeugung bei zu wenig Aufwuchs
- Humusverlust bei zu geringem Aufwuchs
- Wirkungen wie Stickstoffakkumulation, Bodenbedeckung, -lockerung und -krümelung gehen verloren bei zu geringer Vegetationsdauer bzw. zu geringem Aufwuchs
- Wasserkonkurrenz mit der Folgekultur bei Trockenheit
- Hohe Verunkrautung bei lückigen oder schwachen Beständen
- Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten bei falscher Handhabung
Aus der Forschung - für die Praxis
Phosphat-Mobilisierung durch Haupt- und Zwischenfrüchte
Im Öko-Landbau ist weicherdiges Rohphosphat als Düngemittel zugelassen, seine Wirksamkeit ist jedoch gering. Wissenschaftler der Uni Gießen haben untersucht, ob weicherdiges Rohphosphat von phosphataneignungseffizienten Pflanzen für phosphataneignungsineffiziente Pflanzen mobilisiert wird.
"Weltweit sind die abbauwürdigen Rohphosphatreserven sehr stark begrenzt", sagt Prof. Dr. Diedrich Steffens vom Institut für Pflanzenernährung der Justus-Liebig-Universität Gießen. "Aus diesem Grund müssen wir sehr sparsam mit dem Phosphor haushalten. Das gilt auch für den organischen Landbau, da hier nur geringlösliche Rohphosphate eingesetzt werden dürfen. Die Ergebnisse unseres Projekts deuten darauf hin, dass weicherdige Rohphosphate durch die Weißlupine für Spinat verfügbar werden. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass zitratlösliches Calciumhydrogenphosphat deutlich besser auf die Erträge wirkt als Rohphosphat. In nachfolgenden Feldversuchen wird gezielt untersucht, welche Phosphorform zur Phosphatdüngung im organischen Landbau die höchste Nachhaltigkeit aufweist."
Näheres zum Projekt:
Weitere Informationen zum Feldfutterbau
Zwischenfrüchte: Anbaugrundsätze, Mischungsbeispiele
Untersaaten: Möglichkeiten, Grenzen, Mischungen
Aus der Forschung: Leguminosen als Winterzwischenfrüchte
Letzte Aktualisierung: 01.12.2011
