April 2010: Kartoffelanbau - auf die Vorbereitung kommt es an
Die Temperaturen steigen und die Frühjahrsaussaat steht an. Im ökologischen Kartoffelanbau gilt es, die Kartoffel vor der Pflanzung gut vorzubereiten - sie vorzukeimen. Das Vorkeimen der Kartoffel trägt wie kaum eine andere Maßnahme zum erfolgreichen Ökokartoffelbau bei. Forscher fanden bei einem Vergleich verschiedener Maßnahmen (zum Beispiel Düngung, Regulierung der Kraut- und Knollenfäule mit Kupfermitteln) heraus, dass das Vorkeimen den stärksten Beitrag zum Ertrag leistete.
Die Technik des Vorkeimens
Entscheidend für den Erfolg durch Vorkeimen ist die richtige Technik. Das Ziel sind stabile grüne Lichtkeime. Dafür braucht die Knolle zwei bis fünf Tage lang einen Wärmeimpuls von zehn bis 20 Grad und eine gleichmäßige Belichtung von mindestens acht bis zehn Stunden täglich. Über die folgenden vier bis acht Wochen sollte die Temperatur dann zwischen acht und 15 Grad liegen.
Es ist jedoch zu beachten, dass die Keimruhe sortenabhängig schwankt. In der Regel haben frühe Sorten eine geringere Keimruhe als späte. Ein häufig vorkommender Fehler ist Lichtmangel. Nur bei ausreichendem Licht können sich die stabilen und kurzen Lichtkeime entwickeln. Fehlt hingegen Licht, entstehen Dunkelkeime, die lang sind und ganz leicht abbrechen.
Auf schonende Pflanzung achten
Die Pflanzung von vorgekeimten Pflanzkartoffeln soll möglichst schonend erfolgen, denn Keimabbruch bedeutet auch Eintrittspforten für Krankheiten. Als geeignete Pflanztechnik für das schonende Legen haben sich Legemaschinen mit einem Rollboden statt Kippbunker oder halbautomatische Legemaschinen mit Handeinlage bewährt.
Mehrfach positive Effekte des Vorkeimens
Neben positiven Effekten auf den Ertrag spielt das Vorkeimen auch eine wichtige Rolle für die Qualitätssicherung: So treten weniger Wachstumsrisse auf, weniger deformierte Knollen durch Rhizoctonia und weniger Zwiewuchs. Darüber hinaus hilft das Vorkeimen, Pflanzenschutzmaßnahmen gegenüber der Kraut- und Knollenfäule einzusparen. Vorkeimen ist also eine mehrfach lohnende Maßnahme, die sich praktisch immer bezahlt macht.
Weitere Informationen zur Kartoffel
Pflanzgutvorbereitung, Standortansprüche, Fruchtfolgestellung
Die Pflanzgutvorbereitung durch Vorkeimen ist gerade im ökologischen Landbau besonders wichtig. Durch die frühere Wachstumsentwicklung sind einige allgemeine Vorteile zu erreichen.
Pflanzgutvorbereitung, Standortansprüche, Fruchtfolgestellung
Bestellung, Pflege, Ernte
Je schwerer der Boden, desto wichtiger ist die Frostgare und damit die Pflugarbeit vor dem Winter, um ein klutenfreies, strukturstabiles Pflanzbett im Frühjahr vorzufinden.
Krankheiten und Schädlinge
Die Regulierung von Krankheiten und Schädlingen erfolgt im ökologischen Landbau vor allem durch vorbeugende Maßnahmen.
Rhizoctonia: Mit Kompost gegen Pocken
Biobauern können die Wurzeltöterkrankheit eindämmen, wenn sie ausreichende Mengen Kompost verwenden. Doch nichts geht über gesundes Pflanzgut. Rhizoctonia solani heißt der gefürchtete Erreger der Wurzeltöterkrankheit. Die Pilzkrankheit führt zu schwarzen Pocken auf der Kartoffel und zu verformten Knollen und damit zu Ertrags- und Qualitätsverlusten.
Rhizoctonia: Mit Kompost gegen Pocken
Reduzierung des Kupfereinsatzes bei der Regulierung der Kraut- und Knollenfäule
Die Kraut- und Knollenfäule (Phytophtora infestans) verursacht im ökologischen Kartoffelanbau regelmäßig hohe Ertrags- und Qualitätseinbußen und somit erhebliche wirtschaftliche Schäden.
Aus der Forschung: Reduzierung des Kupfereinsatzes bei der Regulierung der Kraut- und Knollenfäule
Letzte Aktualisierung: 01.04.2010

