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August 2010: Anbau leistungsfähiger Ökoleguminosen

 

Der Anbau von Leguminosen ist im ökologischen Landbau unabdingbar. Im Ökolandbau müssen die Fruchtbarkeit und die biologische Aktivität des Bodens erhalten bleiben. Dazu tragen eine mehrjährige Fruchtfolge, die Leguminosen und andere Gründüngungspflanzen einschließt, sowie Wirtschaftsdünger und Komposte ökologischer Herkunft bei.

Triticale-Wintererbsenbestand. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Gemenge mit Wintererbsen und Getreide erfreuen sich im Ökolandbau zunehmender Beliebtheit.
Foto: K.-P. Wilbois

Leguminosen bilden durch ihre Fähigkeit der Luftstickstoffbindung die Basis der Bodenfruchtbarkeit im Ökolandbau. Dabei werden neben den im Vordergrund stehenden Kleearten und Luzerne auch grobkörnige Leguminosen angebaut. Klee und Luzerne lassen sich im Vieh haltenden Betrieb gut als Raufutter vor allem durch Wiederkäuer verwerten. Körnerleguminosen werden teilweise als Futtermittel für den eigenen Betrieb, aber häufig auch als Marktfrüchte angebaut.

Entscheidend für den Erfolg des Leguminosenanbaus ist die Leistungsfähigkeit des Bestandes. Die Leistungsfähigkeit misst sich einerseits am verwertbaren Trockenmasseertrag des Aufwuchses. Andererseits ist die Stickstofffixierleistung der Leguminosen für die Fruchtfolge relevant. Während bei Klee und Luzerne - eine gute ackerbauliche Praxis vorausgesetzt - leistungsfähige Bestände in der Praxis vergleichweise häufig erreicht werden können, bereiten Körnerleguminosen zunehmend Schwierigkeiten.

Konkurrenzschwäche gegenüber Unkräutern, vor allem aber auch Probleme mit boden- oder samenbürtigen Krankheitserregern führen den Körnerleguminosenanbau derzeit an seine Grenzen. Dies hat häufig zur Konsequenz, dass Landwirte sich von Körnerleguminosen als Fruchtfolgeglied verabschieden. Damit Leguminosen generell und Körnerleguminosen insbesondere erfolgreich angebaut werden können, sind einige grundlegende, aber auch pflanzenartspezifischen Aspekte zur berücksichtigen. Die wesentlichen Gesichtspunkte werden in den folgenden Beiträgen behandelt.

Ansprüche, Fruchtfolgestellung, Bestellung, Pflege, Ernte

Die Körnerleguminosen stellen aufgrund ihrer Fähigkeit zur Stickstoffbindung über Knöllchenbakterien eine wichtige Komponente in ökologischen Fruchtfolgen dar. Lediglich futterbaustarke Betriebe können auch ohne ihre Hilfe den benötigten Stickstoff in den Betriebskreislauf einbringen. Körnerleguminosen stellen keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht, erbringen einen Netto-Stickstoff-input und können im Gegensatz zur Stilllegung eine durchaus gute Marktleistung erzielen.

Ansprüche, Fruchtfolgestellung, Bestellung, Pflege, Ernte

Meisterstück Körnerleguminosen

Warum wird der Anbau von Körnerleguminosen im ökologischen Anbau immer schwieriger? Über diese für den Ökolandbau essentielle Frage hat sich Pflanzenbauberater Günter Völkel vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen Gedanken gemacht.

Meisterstück Körnerleguminosen

Aus der Forschung: Wintererbsen für den Ökolandbau

Der Anbau von Leguminosen ist im ökologischen Landbau die wichtigste Quelle für die Zufuhr von Stickstoff. Winterformen der Körnerleguminosen werden hierzulande jedoch kaum angebaut. Die Gründe hierfür sind beispielsweise mangelnde Winterhärte und Verdrängung durch andere Kulturpflanzen. Zudem gibt es zurzeit bei den Wintererbsen keine zugelassenen Sorten. Dabei hat der Anbau von winterharten Erbsenherkünften viele Vorteile: Erosionsschutz im Winter durch Bodenbedeckung, geringere Auswaschungsgefahr und effektive Beikrautregulierung.

Wintererbsen für den Ökolandbau

Bodenfruchtbarkeit

Die Bodenfruchtbarkeit ist im biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieb von zentraler Bedeutung. Sie zu erhalten und steigern ist eine der wichtigsten Aufgaben des Biolandwirtes. Ein fruchtbarer Boden ist Ausgangspunkt der Wirkungskette "gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Tiere - gesunde Menschen".

Bodenfruchtbarkeit

Die Ackerbohne

Die Ackerbohne hat im ökologischen Landbau unter den Körnerleguminosen die größte flächenmäßige Bedeutung. Hauptsächlich wird sie als eiweiß- und energiereiche Futterpflanze genutzt und ist zudem von hohem Vorfruchtwert.

Kulturdatenblatt Ackerbohne

Die Lupine

Lupinen sind mit ihren eiweiß- und fettreichen Samen für die Tierfütterung interessant und haben außerdem einen hohen Vorfruchtwert. In Zukunft könnten sie auch für die Herstellung von im Ökoanbau zulässigen Stickstoff-Düngemitteln verwendet werden.

Kulturdatenblatt Lupine

Die Körnererbse

Die Erbse ist mit einem Gehalt von 20 bis 23 Prozent Eiweiß und hohen Anteilen von essentiellen Aminosäuren ein hervorragendes Eiweißfuttermittel. Darüber hinaus ist ihr Vorfruchtwert sehr hoch.

Kulturdatenblatt Körnererbse

Letzte Aktualisierung: 02.08.2010

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