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Januar 2011: Forschung für die Praxis und mit der Praxis

 
Landwirte und Forscher bei einer Feldbesichtigung, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Praxisforschung heißt: Praktiker erforschen zusammen mit Wissenschaftlern konkrete praktische Probleme mit dem Ziel, das eigene Handeln zu verbessern.
Foto: K.-P. Wilbois, FiBL

Die Ökolandbau-Forschung ist eine überwiegend praxisorientierte Forschung. Bereits in ihrer Entwicklung in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war die Praxisorientierung und die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Praktikern Grundlage für die Entfaltung der ökologischen Wirtschaftweise. Damals wie heute geht es darum, innerhalb des gesetzten Prinzipienrahmens die Herausforderungen dieser Bewirtschaftungsform zu erkennen und dafür Lösungskonzepte zu entwickeln.

Dabei sind Wissenschaftler und Praktiker als Experten gleichermaßen gefragt: Beide machen Beobachtungen, erkennen Probleme und entwickeln Lösungen, jedoch häufig aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Zielen. Während der empirisch orientierte Wissenschaftler vor allem an der Aufdeckung von mechanistischen Zusammenhängen und Theorieentwicklung interessiert ist, steht beim Praktiker die konkrete Lösung von Problemen im Vordergrund bzw. die Verbesserung seiner praktischen Ausübung.

Landwirte und Forscher am Feldtag um Stoppelhobelfurche, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Feldtage und Demonstrationsversuche sind eine gute Möglichkeit für einen fruchtbaren Dialog zwischen Forschern und Praktikern.
Foto: K.-P. Wilbois, FiBL

Wurden beide Ansätze lange Zeit von vielen Wissenschaftlern als konkurrierend zueinander angesehen, so erkennt man heutzutage vielfach an, dass sich beide Ansätze zum Vorteil der gesamten Gesellschaft gut ergänzen können. So findet man heute vor allem in Fachgebieten mit starker berufspraktischer Bedeutung vergleichsweise häufig Forschungsansätze, die auf Beteiligung der Praxis mit der ihr eigenen Sichtweise ausgerichtet sind. 

Als entscheidend für das Verständnis der an der Praxisforschung Beteiligten ist der Dialog zu sehen. Dies ist umso wichtiger, je mehr Problemwahrnehmung, Lösungsansätze und Bewertungen von Lösungsansätzen sich zwischen den Beteiligten unterscheiden.

Die kommende 11. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau vom 15. bis 18. März 2011 in Gießen widmet deshalb einen Veranstaltungstag der Zusammenarbeit und dem Dialog zwischen Forschern und Praktikern. Am Donnerstag, 17. März 2011, werden morgens wissenschaftliche Beiträge mit besonderer Relevanz für die Praxis vorgestellt. Nachmittags finden sogenannte Dialog-Workshops statt, die dem ausführlichen Dialog zwischen Praktikern und Wissenschaftlern anhand verschiedener besonders relevanter Themengebiete gewidmet sind. Weitere Informationen zur 11. Wissenschaftstagung finden Sie unter externer Link folgtwww.wissenschaftstagung.de.

 

Geschichte und Richtungen des ökologischen Landbaus

Der ökologische Landbau ist kein Phänomen der Postmoderne. Die ersten Konzepte ökologischer Landbewirtschaftung entstanden in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als sich Landwirtschaft und Landbauwissenschaften in einer Krise befanden: Probleme wie Bodenverdichtung, Bodenmüdigkeit, Saatgutabbau und Zunahme von Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall führten zu sinkenden Ertragsniveaus und abnehmender Nahrungsmittelqualität

Geschichte und Richtungen des ökologischen Landbaus

Ökolandbauforschung und Ökolandbaupraxis optimal vernetzen

Am 21. September ist auf der hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem Versuchsgut der Universität Kassel, der Verbund Ökologische Praxisforschung (VÖP) gegründet worden. In diesem neuen Verbund haben sich die beiden Ökoanbauverbände Bioland und Naturland sowie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die  Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) zusammen geschlossen.

Verbund ökologische Praxisforschung

Bundesprogramm Ökologischer Landbau: Von der Forschung in die Praxis - Veranstaltungen zum Wissenstransfer

Durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Träger ist die Forschung zum Ökolandbau in den letzen Jahren erheblich intensiviert worden; die Forschungsprojekte haben viele praxisrelevante Ergebnisse hervorgebracht. Um dieses Wissen für Landwirte, Verarbeiter und Händler besser verfügbar zu machen, haben verschiedene Ökoverbände zusammen eine Veranstaltungsreihe zum Wissenstransfer ins Leben gerufen.

externer Link folgtVeranstaltungen zum Wissenstransfer

Partizipative Ansätze in der Pflanzenzucht

Bericht über ein Projekt, das partizipitative Pflanzenzüchtung in mehreren Regionen Frankreichs fördert:

Zum Projektbericht

Netzwerk ökologische Pflanzenzüchtung

Wie kommen wir zu geeigneten Sorten für den Ökolandbau? Welche Züchtungsmethoden entsprechen den Prinzipien des Ökolandbaus? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit des "Netzwerk Ökologische Pflanzenzüchtung".

Netzwerk ökologsiche Pflanzenzüchtung

Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Bodenfruchtbarkeit

Die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern ist zentrales Ziel im Ökolandbau. Ein im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau gefördertes Forschungsprojekt geht der Frage nach, mit welchen Maßnahmen sich Bodenfruchtbarkeit und Ertragsleistung steigern lassen.

Bodenfruchtbarkeit im ökologischen Landbau

Letzte Aktualisierung: 03.01.2011

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