Januar 2012: Tiergerechte Milchviehställe
Die Stallbaukonzepte im ökologischen Landbau orientieren sich an den artgemäßen Bedürfnissen der Tiere, denn die Stallhaltung bedeutet grundsätzlich einen starken Eingriff in das natürliche Verhalten. Beim Stallneu- oder -umbau gilt es daher, die arteigenen Bedürfnisse der Tiere mit den betriebs- und arbeitswirtschaftlichen Grundsätzen der modernen, ökologischen Landwirtschaft optimal zu vereinen. Milchkühe werden im Ökolandbau meist in Laufställen gehalten, in denen die verschiedenen Funktionsbereiche (Laufen, Ruhen, Fressen) getrennt sind. Die häufigsten Laufstallformen sind der Boxenlaufstall, der Tiefstreu- und der Tretmiststall.
Beim Laufstallbau sind Sackgassen zu vermeiden. Wenn dies nicht möglich ist, sollten die Laufgänge mindestens vier Meter breit sein. Einbahnwege, die nur einer Kuh Platz zum Durchgang ermöglichen, sollten höchstens einen Meter breit sein. Außerdem ist viel Platz für den Durchgang zum Auslauf einzuplanen; optimal sind zwei Zugänge oder zumindest ein mehr als 3,5 Meter breiter Zugang. Bei der Laufstallhaltung horntragender Milchkühe gilt es, durch Stallgestaltung und Platzangebot zu vermeiden, dass sich die Tiere mithilfe ihrer Hörner Raum verschaffen müssen. Jedoch kommt in diesem Fall auch dem Tiermanagement eine sehr entscheidende Rolle zu.
Bei der Stallplanung sollte auch die Anlage eines Laufhofs bedacht werden. Dieser kann zwar keine Weide ersetzen, sorgt aber für zusätzlichen Bewegungsraum und bietet den Tieren frische Luft. Mit Außenfressplätzen und Außenliegeboxen kann der Außenaufenthalt gefördert und verlängert werden. Auch Abkalbe- und Krankenboxen gehören in den Laufstall. Die Abkalbebox sollte der Kuh den Sichtkontakt mit der Herde ermöglichen und an ihrer kürzesten Seite mindestens drei Meter breit sein, damit bei Bedarf Geburtshilfe geleistet werden kann. Um eine hohe Trittsicherheit im Laufbereich zu gewährleisten, bietet sich Gussasphalt als Bodenbelag an. Zum Wohlbefinden der Kühe tragen Scheuermöglichkeiten und Bürsten in ganz erheblichem Maße bei.
In jedem Bundesland gibt es Förderprogramme für den Stallbau. Landwirte, die Baumaßnahmen planen, sollten sich deshalb in jedem Fall in ihrem Bundesland von ihrer Landwirtschaftsbehörde und ihrem Berater für ökologischen Landbau fachkundigen Rat einholen.
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Anforderungen und Richtlinien für tiergerechte Milchviehställe
Um Milchviehställe tiergerecht und gemäß den EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau zu gestalten, müssen verschiedene Ziele berücksichtigt und Anforderungen erfüllt sein.
Milchkühe - Laufstall
Die vorherrschenden Laufstallsysteme bei Milchkühen sind der Boxenlaufstall, der Tiefstreu- und Tretmiststall. Durch die Trennung der Funktionsbereiche können die verschiedenen Bereiche entsprechend den Verhaltensbedürfnissen der Tiere angepasst werden.
Laufstallsysteme
Förderprogramme
Es gibt in jedem Bundesland Förderprogramme für den Stallbau. Diese sind im Internet auf den Homepages der Landwirtschaftsministerien zu finden.
Förderprogramme
Empfehlungen für Laufhöfe
Ein Laufhof kann zwar keine Weide ersetzen, aber er sorgt für zusätzlichen Bewegungsraum und bietet den Tieren frische Luft. Eine Kuh verbringt rund die Hälfte ihrer "freien" Zeit im Laufhof, wenn er tiergerecht gestaltet ist.
Laufhöfe
Praxisbeispiel: Umbau eines Anbindestalls und Neubau einer Liegehalle mit BK-Boxen
Anhand eines konkreten Praxisbeispiels kann nachvollzogen werden, wie aus einem ehemaligen Anbindestall ein tiergerechter Laufstall wird.
Praxisbeispiel: Stallumbau
Praxisbeispiel: Neubau eines Liegeboxen-Laufstalls, planbefestigt mit Faltschiebern
Wie kann ich mit einfachen Mittel und viel Eigenleistung einen neuen und tiergerechten Stall bauen? Im Praxisbeispiel sind die Planung und Kostenkalkulation für einen Stallneubau dargestellt.
Praxisbeispiel: Stallneubau
Letzte Aktualisierung: 01.01.2012

