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Klimawandel: Extreme Wetterlagen nehmen zu

 
Bodenerosion durch Starkregenereignis. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Starkregenereignisse können zu problematischen Erosionen führen
Foto: (FiBL)

Der Frühling 2011 hat wieder gezeigt, dass auch in Deutschland Wetterextreme zunehmen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war dieses Frühjahr das wärmste seit Beginn der Messungen und brachte die meisten Sonnenstunden. Gleichzeitig jedoch waren die Niederschläge so gering wie seit 1893 nicht mehr. Üblich sind im deutschen Durchschnitt von März bis Mai 186 Liter pro Quadratmeter, in diesem Jahr fielen aber lediglich 88 Liter pro Quadratmeter. Je nach Region wurden so zum Teil nur Niederschlagsmengen von 16 Prozent des Solls erreicht. Für die Landwirte hat diese Trockenheit bereits jetzt gravierende Folgen: Zwar waren die Wiesen häufig früh schnittreif, lieferten aber nur sehr geringe Heu- bzw. Silageerträge. Das Getreide blieb im Wachstum zurück und zeigte an manchen Orten schon Ende Mai Anzeichen von Notreife. Bereits im Vorjahr führte eine Hitzewelle im Juli in manchen Regionen zur Getreidenotreife.

Nicht nur der subjektive Eindruck zeigt, dass die Wetterextreme zunehmen: Der deutsche Wetterdienst und das Umweltbundesamt bestätigten schon im vergangenen Jahr, dass extreme Wetterereignisse zugenommen haben und voraussichtlich auch weiter steigen werden. Durch diese Entwicklung werden die Prognosen der Klimaforschung bestätigt, auch wenn sich kein extremes Wetterereignis allein dem Klimawandel zuordnen lässt. Fest steht auch, dass die Durchschnittstemperatur hierzulande zwischen 1881 und 2009 um 1,1°C gestiegen ist und sich die Anzahl der Sommertage mit Temperaturen von mehr als 25°C in den vergangenen 60 Jahren mehr als verdoppelt hat.

Der Ökolandbau kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, zum Beispiel durch den Verzicht auf synthetische Stickstoffdünger, die geringeren Lachgasemissionen aus der Stickstoffdüngung und die höheren Humusgehalte im Boden zur Festlegung von Kohlendioxid. Bio-Landwirte sind aber gleichermaßen von den Wetterextremen wie Trockenstress, Starkniederschläge oder vermehrter Unkraut- und Schädlingsdruck betroffen. Anpassungen an den Klimawandel können im Ökolandbau zum Beispiel über die Grundbodenbearbeitung und die Fruchtfolge erfolgen. Auch über die Sortenwahl und den Aussaatzeitpunkt können Wetterextreme entschärft werden. Es gibt aber keine Patentrezepte zum Umgang mit den Wetterextremen. Insgesamt betrachtet sind Biobetriebe für den Umgang mit Wetterextremen aber bereits auf einem guten Weg. Denn Vielfalt, so zum Beispiel in der Fruchtfolge oder in Mischfruchtsystemen, verteilt und mindert etwas die ackerbaulichen Risiken von Extremwetterereignissen.

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Letzte Aktualisierung: 01.07.2011

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